Macron braucht Geld: Frankreich will neue EU-weite Steuernđ„
Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron wies seine Regierung nach neuen Informationen des Nachrichtenportals Politico an, neue EU-weite Steuern zu finden, um den nĂ€chsten Mehrjahreshaushalt der EuropĂ€ischen Union in Höhe von rund zwei Billionen Euro zu finanzieren â was einen neuen Rekord bedeuten wĂŒrde. Damit will Paris vermeiden, selbst höhere BeitrĂ€ge nach BrĂŒssel ĂŒberweisen zu mĂŒssen, und die sogenannten GeberlĂ€nder noch mehr in die Pflicht nehmen.
Hintergrund ist die eskalierende Debatte ĂŒber die sogenannten Eigenmittel der EU. Der Begriff bezeichnet Einnahmen, die der EU direkt zuflieĂen, ohne den Umweg ĂŒber die Mitgliedstaaten. Hier ĂŒbt BrĂŒssel immer mehr Druck auf die Einzelstaaten aus und geriert sich als eigener Staat im (supranationalen) Staate. Ein im Juli 2025 von der EU-Kommission vorgelegtes Paket aus neu generierten Abgaben auf CO2-Importe, Emissionen, Elektroschrott, Tabakwaren und Unternehmensgewinne stieĂ im Rat, also bei den Mitgliedstaaten, auf Widerstand. Die geplanten Einnahmen lĂ€gen bei rund 58 Milliarden Euro jĂ€hrlich.
Wie das BrĂŒsseler Onlinemedium EUobserver nach dem EU-Gipfel am 19. Juni berichtete, liegen die Positionen zu dem Thema weit auseinander. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte dazu zunĂ€chst, ein Volumen von 1,6 oder 1,7 Billionen Euro fĂŒr sieben Jahre sei „nicht zu rechtfertigen“.
Der niederlĂ€ndische MinisterprĂ€sident Rob Jetten nannte den Kompromissvorschlag der zyprischen RatsprĂ€sidentschaft „wirklich inakzeptabel“. Der Vorschlag der zyprischen RatsprĂ€sidentschaft sah laut EUobserver vor, das Gesamtvolumen des Haushalts um rund zwei Prozent von 1,76 auf 1,73 Billionen Euro zu senken. Agrar- und Regionalbudgets sollten dabei von KĂŒrzungen ausgenommen bleiben. Deutschland, die Niederlande und die nordischen LĂ€nder zĂ€hlen zu den Nettozahlern und unterstĂŒtzen das. Paris hingegen will laut Politico weder die Agrarsubventionen kĂŒrzen noch mehr einzahlen. Als am dritthöchsten verschuldetes Land der EU habe Frankreich dafĂŒr keinen Spielraum. Ein EU-Diplomat sagte mit Blick auf die Franzosen dazu: „Sie wollen den Kuchen essen und ihn behalten.“
Macron sondiert nach Angaben zweier EU-Diplomaten nun unter anderem schĂ€rfere Klimaauflagen fĂŒr auslĂ€ndische Fluggesellschaften â ein Vorschlag, der ursprĂŒnglich von Air-France-KLM stammt â und einen CO2-Grenzausgleich fĂŒr auslĂ€ndische „Klimaverschmutzer“. Gemeinsam mit der italienischen MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni warb Macron in Antibes auch fĂŒr eine Digitalabgabe. US-PrĂ€sident Trump drohte daraufhin mit neuen Zöllen fĂŒr alle Staaten, welche US-amerikanische Digitalkonzerne besteuern wollen.
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