„Iran wird nicht mit den USA verhandeln“– wer ist Ali Larijani?
Mit einer offenen Attacke auf US-Präsident Donald Trump hat sich Irans Sicherheitschef Ali Larijani endgültig in den Fokus gestellt. Trump habe seinen Slogan „America First“ in „Israel First“ verwandelt, meinte Larijani. Die Vereinigten Staaten hätten „Chaos“ in die Region getragen und opferten amerikanische Soldaten „machtgierigen Ambitionen Israels“.
Zugleich stellte er auf X klar: „Iran wird nicht mit den Vereinigten Staaten verhandeln.“ Teheran suche keinen Konflikt mit den Staaten der Region, schrieb er weiter. Sollten jedoch US-Stützpunkte in Nachbarländern für Angriffe gegen Iran genutzt werden, würden diese Ziele selbst ins Visier geraten. Diese Basen seien „amerikanischer Boden“, nicht Teil des jeweiligen Gastlandes.
Die Wortmeldungen kommen zu einem Zeitpunkt maximaler Instabilität. Nach der Tötung Ajatollah Chameneis durch US-israelische Luftschläge hat das Regime einen vorbereiteten Übergangsmechanismus aktiviert. Larijani, 67 Jahre alt, ist als Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates faktisch der Koordinator der iranischen Sicherheits- und Außenpolitik. Beobachter sehen ihn seit Jahren als operativen Kopf im Schatten des Revolutionsführers. Seine Karriere begann in den Revolutionsgarden. Später leitete er den Staatsrundfunk, wurde Parlamentspräsident und stieg schließlich in den innersten Machtzirkel auf. Er gilt nicht als religiöser Prediger, sondern als Technokrat mit strategischem Kalkül.
Außenpolitisch ist Larijani eng mit der strategischen Neuorientierung Irans nach Osten verbunden. Er war maßgeblich am Kooperationsabkommen mit China beteiligt. Das Abkommen sichert Peking langfristige Energiezugänge und verschafft Teheran Investitionen sowie politischen Rückhalt gegen westliche Sanktionen. Für China ist Iran ein geopolitischer Baustein entlang der maritimen und kontinentalen Routen der „Neuen Seidenstraße“.
Auch nach Moskau bestehen enge Verbindungen. Larijani traf wiederholt Präsident Wladimir Putin. Die militärische Kooperation – von Syrien bis zur Drohnentechnologie – hat die Beziehungen vertieft.
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