Handfeste Hinweise auf Briefwahl-Betrug bei hessischen Kommunalwahlen im MĂ€rzđ„
Bei der Kommunalwahl in Hessen im MĂ€rz hat es offenbar wieder einmal erhebliche Unstimmigkeiten im Zusammenhang mit der Briefwahl gegeben: Es liegen eindeutige und handfeste Indizien fĂŒr Wahlbetrug vor. In Frankfurt nutzten fast 43 Prozent der WĂ€hler die Möglichkeit zur Briefwahl. Bei den beiden Kleinstparteien Europaliste fĂŒr Frankfurt (ELF), die 0,9 Prozent der Stimmen und die Gruppe Ich bin ein Frankfurter (IBF), die auf ein Prozent kam, betrug der Anteil der BriefwĂ€hler jedoch jeweils 86 Prozent! Jumas Medoff, der Spitzenkandidat der WĂ€hlergruppe IBF und Vorsitzende der Kommunalen AuslĂ€ndervertretung, erklĂ€rte dazu: âFĂŒr uns war die Briefwahl von Beginn an ein zentrales Element unserer Kampagneâ. Man habe konsequent auf die Möglichkeit der Briefwahl hingewiesen und deren Vorteile erlĂ€utert.
Luigi Brillante, AltersprĂ€sident im Stadtparlament und ELF-Spitzenkandidat, hat keine ErklĂ€rung, teilte aber mit, er hĂ€tte sich gewĂŒnscht, ânoch zusĂ€tzlich viele WĂ€hler*innen zu haben, die ohne Briefwahl gewĂ€hlt hĂ€ttenâ. In einem Briefwahlbezirk im Stadtteil Sossenheim kam die IBF auf 13,2 Prozent, wĂ€hrend sie bei der Urnenwahl im selben Gebiet nicht einmal 0,4 Prozent erreichte.
Manfred GĂŒllner, der GrĂŒnder und Ex-Chef des Sozialforschungsinstituts Forsa, hĂ€lt dies fĂŒr âauĂergewöhnlichâ. Einen plausiblen Grund gebe es fĂŒr diese extreme Abweichung nicht. Der Verdacht liege âwirklich nah, dass da irgendetwas nicht stimmtâ, sagte er. Hinzu kommt, dass beim Panaschieren, also dem Verteilen von Stimmen ĂŒber mehrere Wahllisten hinweg, fast 75 Prozent der WĂ€hler in Frankfurt auf dem riesigen Stimmzettel nur ein einziges Kreuz gemacht, nĂ€mlich in der Kopfzeile einer Liste. Dadurch trugen die beiden winzigen Parteien dazu bei, dass vor allem GrĂŒne und SPD eine massive Stimmenzufuhr erhielten. Auch die CDU profitierte davon. Bei der Frankfurter Staatsanwaltschaft sind im Zusammenhang mit der Kommunalwahl mehrere Ermittlungsverfahren wegen möglicher Manipulationen bei der Briefwahl anhĂ€ngig.
In Fulda gab es derart erhebliche AuffĂ€lligkeiten, dass der WahlprĂŒfungsausschuss sogar empfahl, die Briefwahl zum AuslĂ€nderbeirat wiederholen zu lassen. Die betroffene WĂ€hlerliste habe bei der Urnenwahl zwischen 26 und 38 Prozent Zustimmung bekommen, bei der Briefwahl aber zwischen 70 und 83 Prozent, erklĂ€rte der Ausschussvorsitzende Hans-Dieter Alt. âWie kommen 2.000 WĂ€hlerinnen und WĂ€hler dazu, einen Kandidaten von einer anderen Liste zu wĂ€hlen? Das ist eigentlich völlig irrational. Warum wĂ€hlen die nicht von Anfang an auf der anderen Seite und geben denjenigen drei Stimmen?â, fragt er. Dies erschien dem Gremium ânicht nachvollziehbarâ. Dem schloss sich auch eine Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung an, so dass der Fall wahrscheinlich das Verwaltungsgericht beschĂ€ftigen wird.
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