Frankreich bereitet Kriegswirtschaft und strategische Autonomie vorđ„
Frankreich will seine BestĂ€nde an Kamikaze-Drohnen vervierfachen und seine Raketenarsenale bis zum Ende des Jahrzehnts drastisch ausbauen. Dies berichtete Politico am Freitag unter Berufung auf einen französischen Gesetzesentwurf zur MilitĂ€rplanung. Darin werden MaĂnahmen zur Vorbereitung auf eine Kriegswirtschaft beschrieben.
In der kommenden Woche wird die französische Regierung das 64-seitige Dokument vorlegen. Dem Entwurf zufolge wollen sich die französischen EntscheidungstrĂ€ger mehr auf den Ausbau ihrer MunitionsvorrĂ€te konzentrieren als auf die StreitkrĂ€fte. Vorbild dafĂŒr seien die Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten, die die westlichen WaffenvorrĂ€te in alarmierendem Tempo aufgebraucht haben.
Wie in dem Gesetzesentwurf vorgesehen, sollen die BestĂ€nde an Loitering-Munition wie Kamikaze-Drohnen in Frankreich bis 2030 um 400 Prozent steigen, die von Safran hergestellten AASM-Hammer-Lenkbomben um 240 Prozent und die Aster- und Mica-Raketen um 30 Prozent. Die MaĂnahme erfolge „mit Blick auf die Vorbereitung einer ‚Kriegswirtschaft'“. Die Investitionen wĂŒrden dabei in die „Kofinanzierung vorrangiger ProduktionskapazitĂ€ten“ flieĂen.
Geplant sei auch eine stetige Steigerung der gesamten Verteidigungsausgaben, von 63,3 Milliarden Euro (73 Milliarden US-Dollar) im Jahr 2027 auf 76,3 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030. Die BetrĂ€ge seien im Planungsgesetz festgelegt, mĂŒssten jedoch jedes Jahr erneut vom Parlament genehmigt werden, sobald der Gesetzentwurf die Legislative passiert habe.
Frankreich plane laut dem Entwurf weder eine Aufstockung seiner StreitkrĂ€fte noch die Anschaffung gröĂerer zusĂ€tzlicher AusrĂŒstung wie Rafale-Kampfflugzeuge oder Fregatten. Zudem habe Paris offenbar auch das Eurodrone-Projekt â ein gemeinsames LangstreckenaufklĂ€rungsprogramm mit Deutschland, Italien und Spanien â auf Eis gelegt. FĂŒr das stark verzögerte Projekt seien keine Mittel bereitgestellt worden. Allerdings erwĂ€ge Frankreich die Entwicklung eines Nachfolgers fĂŒr den Leclerc-Kampfpanzer, der seit 1992 im Einsatz ist.
Der Plan entsprĂ€che den langjĂ€hrigen Bestrebungen des französischen PrĂ€sidenten Emmanuel Macron, Frankreich und seine europĂ€ischen VerbĂŒndeten weniger abhĂ€ngig von amerikanischen Waffen zu machen und eine „strategische Autonomie“ zu erreichen, kommentierte Politico. Erst Anfang dieser Woche habe Macron erklĂ€rt, er wolle nicht, dass Paris „Vasall zweier HegemonialmĂ€chte“ sei. Dazu habe der französische PrĂ€sident ausgefĂŒhrt: „Wir wollen nicht von der Vorherrschaft, beispielsweise Chinas, abhĂ€ngig sein, und wir wollen uns auch nicht zu sehr der Unberechenbarkeit der USA aussetzen.“
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