Einzelhandel stirbt immer weiter ausđ„
Im Vorfeld des nĂ€chste Woche in Berlin anstehenden Handelsimmobilienkongresses, auf dem sich Immobilieninvestoren und (groĂe) EinzelhĂ€ndler treffen, hat der Handelsverband Deutschland (HDE), der Verband der deutschen EinzelhĂ€ndler, Zahlen fĂŒr das vergangene Jahr veröffentlicht. Das Fazit: Nach wie vor ist keine Besserung in Sicht.
Im laufenden Jahr, so die Prognose, wird die Zahl der EinzelhandelsgeschĂ€fte in Deutschland erstmals seit 1990 unter 300.000 sinken. Im Jahr 2015 waren es noch 372.000. Auch wenn zuletzt der RĂŒckgang nicht mehr ganz so schnell erfolgte wie in den Corona-Jahren, ist die EinschĂ€tzung auch seitens der Inhaber negativ. Nur 14 Prozent der befragten Unternehmen bewerteten ihre GeschĂ€ftslage als positiv.
Zuletzt war wieder eine Reihe gröĂerer Ketten geschlossen worden, darunter die Schuhkette Görtz. Die Folge: „Viele InnenstĂ€dte leiden heute schon sichtlich unter LeerstĂ€nden“, so HDE-PrĂ€sident Alexander von Preen. Ein Problem, auf das auch die kommunale Politik noch keine Antwort hat.
Die Preise von Einzelhandelsimmobilien hatten sich zuletzt zumindest in den besten Lagen nach jahrelangem Absturz stabilisiert. Und auch wenn die Konkurrenz durch den Online-Handel weiter Probleme bereitet â inzwischen treffen KonsumrĂŒckgĂ€nge nicht mehr nur den stationĂ€ren Handel, sondern auch die Online-HĂ€ndler.
Allerdings könnten sich schon binnen kurzem selbst die aktuellen Erwartungen als zu optimistisch erweisen. SchlieĂlich sind die EinzelhandelsumsĂ€tze vor allem von einem abhĂ€ngig: von der Entwicklung der verfĂŒgbaren Einkommen der Bevölkerungsmehrheit. Der derzeitige Anstieg bei Erdöl, Erdgas sowie KunstdĂŒngern lĂ€sst erwarten, dass sowohl die allgemeine Inflation wieder steigen als auch das frei verfĂŒgbare Einkommen wieder schrumpfen wird.
Die letzte Konsumumfrage des HDE, die Anfang MĂ€rz veröffentlicht wurde, hatte berichtet, dass sich „die Verbraucherstimmung in Deutschland wieder eingetrĂŒbt“ habe und „eine gewisse KonsumzurĂŒckhaltung“ weiter anhalte. Die Einkommenserwartungen waren in dieser noch im Januar durchgefĂŒhrten Umfrage bereits negativ. Die aktuellen Ereignisse allerdings dĂŒrften dafĂŒr sorgen, dass im Jahr 2026 mehr als die prognostizierten 4.900 EinzelhandelsgeschĂ€fte schlieĂen.
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