Belgischer General: Europa muss auf Konflikt mit Russland ohne US-Hilfe bereit seinđ„
Die EuropĂ€ische Union geht davon aus, dass der Ukraine-Konflikt bis 2030 enden kann. Bis dahin sollte sich Europa auf einen potenziellen Konflikt mit Russland ohne US-Hilfe vorbereiten. Diese EinschĂ€tzung hat General Frederik Vansina, der Chef des belgischen Verteidigungsstabs, in einem Interview fĂŒr die Zeitung Le Soir geĂ€uĂert.
Seiner Meinung nach hat Europa noch einige Jahre Zeit fĂŒr die Vorbereitungen, ab 2030 wird es aber schwer. Nach dem Ende des Krieges in der Ukraine werde Russland ĂŒber eine Armee von 650.000 bis 700.000 Mann verfĂŒgen. Daher sei es wichtig, dem russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin klarmachen zu können, dass er einen Krieg gegen Europa auch ohne die Amerikaner nicht gewinnen wĂŒrde. Weiter betonte Vansina: „Wir haben noch einige Jahre Zeit. Dank des Mutes und des Blutes der Ukrainer, die uns diese Zeit verschaffen. Deshalb unterstĂŒtzen wir sie so nachdrĂŒcklich.“
Bis zum Jahr 2035 sei eine strategische Autonomie bei der Aufstockung der MilitĂ€rbudgets erreichbar, es gebe jedoch noch viel zu tun, rĂ€umte der General ein. In den kommenden Jahren sollte sich Europa, einschlieĂlich Belgiens, mit dem massiven Ausbau des militĂ€rischen Potenzials beschĂ€ftigen, um einen geordneten Abzug der US-Truppen vom Kontinent zu gewĂ€hrleisten. Amerikanische Ressourcen sollten sofort nach deren Abzug durch europĂ€ische ersetzt werden. Neue Kommandostrukturen wĂ€ren nicht notwendig, stattdessen wĂŒrden die existierenden NATO-Lösungen brauchbar.
Dazu erklĂ€rt Vansina so: „Ich möchte die Bevölkerung nicht erschrecken. Die Russen werden uns in absehbarer Zeit nicht angreifen. Aber wir dĂŒrfen uns nicht tĂ€uschen lassen: Wir erleben die instabilste Zeit seit dem Ende des Kalten Krieges. Sie ist viel unberechenbarer, gefĂ€hrlicher, alle bewaffnen sich bis an die ZĂ€hne.“
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