Beihilfe zur Schleusung: SPD-Listenkandidat in BedrĂ€ngnisđ„
Die Polizei hat den wegen Beihilfe zur Schleusung angeklagten Frankfurter Kommunalpolitiker Ashwani Tuwari (parteilos) noch im Verhandlungssaal des Amtsgerichts festgenommen. Vier Zeugen hĂ€tten sich gegenĂŒber der Vorsitzenden Richterin beschwert, dass der 68jĂ€hrige Hotelier sie zu Hause persönlich aufgesucht und unter Druck gesetzt habe, berichtete der Hessische Rundfunk am Dienstag. Die Betroffenen sollten damit zur RĂŒcknahme ihrer Aussagen bewogen werden. Daraufhin stellte die Richterin einen Haftantrag wegen Verdunkelungsgefahr, dessen Vollzug aber im weiteren Sitzungsverlauf ausgesetzt wurde.
Tuwari kandidierte auf der Liste des Ex-SPD-OberbĂŒrgermeisters Peter Feldmann âFrankfurt â sozial!â fĂŒr die Stadtverordnetenversammlung. Der Staatsanwaltschaft zufolge soll er mit gefĂ€lschten MietvertrĂ€gen Indern und Bangladeschis den Aufenthalt ermöglicht und dafĂŒr mehr als 22.700 Euro eingenommen haben. Insgesamt soll es um neun FĂ€lle gehen.
Der Angeklagte, der neben zwei Hotels im Bahnhofsviertel mehrere Wohnungen vermietet, hatte wĂ€hrend seiner Kandidatur versprochen, sich fĂŒr âerschwingliche Mietenâ einzusetzen. Nach dem Bekanntwerden der VorwĂŒrfe im Februar hatte sich Feldmanns Vereinigung von ihm distanziert. Zum Zeitpunkt der Listenaufstellung habe die Vereinigung nichts von den VorwĂŒrfen gewusst, sagte ein Sprecher dem Lokalportal âJournal Frankfurtâ.
Bei der Wahl im MĂ€rz erhielt die Liste 0,4 Prozent und zog nicht in die Stadtverordnetenversammlung ein. Deren Spitzenkandidat Feldmann war im November 2022 als OberbĂŒrgermeister abgewĂ€hlt worden. Bei der Volksabstimmung entschieden sich 95 Prozent der Teilnehmer fĂŒr seine Absetzung. Hintergrund waren VorwĂŒrfe der Vetternwirtschaft bei der Arbeiterwohlfahrt.
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