Wenn „Historiker“ Geschichte schreiben…
Ausgerechnet der Shitstorm zum neuen Assassin’s Creed von Ubisoft trägt ein sehr viel tieferliegendes, bedeutenderes Problem an die Oberfläche und ins Bewusstsein einer breiten Bevölkerung. So zeigt sich am Beispiel eines Thomas Lockley, der sich als Historiker ausgibt und dabei Narrative spinnt, die dem westlich-woken Zeitgeist entsprechen, dass Einzelpersonen einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Geschichtsschreibung haben können.
Steif und fest behauptet er, wahre Sachverhalte zu beschreiben. Basierend auf 2 Seiten historischen Notizen erfindet er eine komplette Legende eines schwarzen Samurai namens Yasuke und landet dabei u.a. auf Amazon-Bestsellerlisten wie „Historical Japan Biographies“, „Japanese History (Books)“ oder „Military Leader Biographies“. Auch die Mainstreammedien lieben ihn, bzw. sein Narrativ.
Anscheinend hat es seine woke Legende vom bedeutenden, schwarzen Samurai bis in japanische Schulbücher geschafft. Im Videospiel Assassin’s Creed darf man sich auf das Setting des feudalen Japans freuen, in dem man als Afrikaner Japaner abschlachtet.
Es ist kein Zufall, dass Japan eine ähnliche Behandlung wie Deutschland und generell der ganze Westen bekommt. Zahlreiche Parallelen ziehen sich durch das 20. Jahrhundert bis ins Heute. Entsprechend wird auch die reichhaltige, japanische Geschichte verkehrt und durch den Dreck gezogen. Erstaunlich ist nur, dass ein einziger Mann eine historische Lüge erfinden und mit sicherlich der passenden Hilfe so weit verbreiten konnte, dass sie nicht nur popkulturell, sondern wissenschaftlich anerkannt wird.
Doch warum sollte jemand so eine Lüge erfinden? Könnte es daran liegen, dass Thomas Lockleys jüdische Eltern angeblich vor den Nazis flüchteten und Japan Teil der Achsenmächte war, so wie in diesem Tweet vermutet wird?
Passend dazu: Die vorgebliche „Entnazifizierung“, die im Grunde eher eine Entdeutschung war (und ist) haben wir im dritten Teil unseres Dreiteilers thematisiert.









