Was Sozialdemokraten verschweigen: Ein Viertel der Steuerzahler zahlt drei Viertel der Steuernđ„
WĂ€hrend Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) auf dem Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) seine Forderung nach höheren Steuern fĂŒr âSpitzenverdienerâ erneuert hat, sind die neuesten Zahlen zur Steuerbelastung in Deutschland durchgesickert. Die Statistik aus seinem eigenen Ministerium, ĂŒber die die Bild berichtet, zeigt: 25 Prozent der Bevölkerung zahlen bereits jetzt 77,6 Prozent aller Einkommensteuern in Deutschland.
Die âkleinen und mittleren Einkommenâ, von denen Union uns SPD bisher offen lassen, wie sie diese definieren, will die Bundesregierung entlasten. Ausgleichen sollen das, so Klingbeil, diejenigen, die jetzt schon die gröĂte Belastung schultern. Vor dem heutigen Koalitionsausschuss dĂŒrfte das zum groĂen Streitpunkt werden. Denn Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat Steuererhöhungen kategorisch und wiederholt ausgeschlossen.
Konkret zeigen die neuen Zahlen: Ein Prozent der Deutschen, nĂ€mlich diejenigen, die mehr als 24.608 Euro im Monat verdienen, tragen schon jetzt 24,6 Prozent zum Einkommensteueraufkommen bei. Ab einem Gehalt von 12.499 Euro â so viel erhalten fĂŒnf Prozent der Deutschen â betrĂ€gt das Einkommensteueraufkommen 44,3 Prozent. Zehn Prozent der Deutschen (ab 9.291 Euro) zahlen bereits jetzt 56,9 Prozent aller Einkommensteuern â etwas mehr als im Vorjahr (56,3 Prozent). Und ab einem monatlichen Einkommen von 5.709 Euro betrĂ€gt der Anteil bereits 77,6 Prozent. Das ist das oberste Viertel der Bevölkerung. Die restlichen 22,4 Prozent kommen von den drei Viertel der Menschen, die weniger als 5.709 Euro verdienen.
Wie ungerecht die Steuerlast durch die Progression in Deutschland verteilt ist, zeigt auch die letzte Zahl: Genau die HĂ€lfte der Steuerzahler verdient mehr als 3.381 Euro. Der Gesamtanteil an der Einkommensteuer liegt hier bei 93,5 Prozent. Die anderen 50 Prozent der BeschĂ€ftigten, die weniger erhalten, teilen sich die ĂŒbrigen 6,5 Prozent der Einkommensteuereinnahmen des Staates.
Im heutigen Koalitionsausschuss wollen Klingbeil und seine SPD die Steuerbelastung weiter umverteilen. Die sogenannte âReichensteuerâ soll von 45 auf 49 Prozent steigen. Hinzu kommt dann noch der SolidaritĂ€tszuschlag, der die Belastung ĂŒber 50 Prozent steigen lassen wĂŒrde. Auch den Spitzensteuersatz fĂŒr Besserverdiener, der ab 69.879 Euro im Jahr fĂ€llig wird, will Klingbeil anheben. Er betrĂ€gt aktuell 42 Prozent plus SolidaritĂ€tszuschlag.
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