Peskow weist FT-Bericht über russische Kampagne zur Wiederwahl Orbáns als „Fake“ zurück
Kremlsprecher Dmitri Peskow hat Berichte über eine angebliche russische Kampagne zur Unterstützung der Wiederwahl des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán als „Fake“ zurückgewiesen. Zuvor hatte die Financial Times über eine mögliche Beteiligung eines mit Russland verbundenen Medienberatungsunternehmens am Wahlkampf Orbáns und seiner Partei Fidesz berichtet. Gegenüber der Financial Times erklärte Peskow, westliche Medien würden in den vergangenen Jahren häufig Schlussfolgerungen auf Grundlage unzuverlässiger Informationen ziehen. „Sie ziehen höchstwahrscheinlich falsche Schlüsse auf Grundlage eines Fakes. Leider ist das in den vergangenen Jahren häufig vorgekommen. Sogar bei seriösen Medien.“
In ihrem Artikel behauptet die Financial Times, eine angebliche russische Kampagne zugunsten Orbáns bestehe aus der Verbreitung entsprechender Botschaften in sozialen Netzwerken sowie aus „Informationsangriffen“ gegen die ungarische Oppositionspartei Tisza Party. Demnach werde der amtierende Regierungschef als einziger Kandidat dargestellt, der die Souveränität Ungarns bewahren könne.
Ziel sei es laut Zeitung, Orbán – einen „starken Führer mit Freunden in der ganzen Welt“ – seinem wichtigsten politischen Rivalen Péter Magyar gegenüberzustellen. Dieser werde demnach als „Marionette aus Brüssel ohne externe Unterstützung“ dargestellt.
Der russische Botschafter in Budapest, Jewgeni Stanislawow, wies laut Medienberichten jede Einmischung Moskaus in den ungarischen Wahlkampf zurück. Auch die ungarische Regierung bestritt eine Beteiligung Russlands. Die Vorwürfe seien eine „von der Linken fabrizierte Anschuldigung“ und ein „erbärmlicher Versuch“, von angeblichen Drohungen des ukrainischen Machthabers Wladimir Selenskij gegen Orbán sowie von anderen Versuchen abzulenken, die Wahlen in Ungarn zu beeinflussen.
Die Parlamentswahlen in Ungarn sollen am 12. April stattfinden. Orbán hatte außerdem einen Brief an die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, geschickt. Darin forderte er die Aufhebung der Sanktionen gegen die russische Energiewirtschaft. Eine solche Maßnahme sei wegen der Gefahr stark steigender Öl- und Gaspreise im Zuge des Konflikts im Nahen Osten notwendig, so Orbán.
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