Verdummung mit System: Niedersachsen streicht schriftliches Dividieren – Berlin vereinfacht Goethe und Schiller
Lehrerverbände und Opposition haben den bildungspolitischen Kurs der Länder Niedersachsen und Berlin kritisiert. In Hannover stößt eine Reform des Mathematikunterrichts auf Widerstand, in Berlin sorgt der zunehmende Einsatz vereinfachter Literaturausgaben an Gymnasien für Debatten über sinkende Anforderungen.
Auslöser der Kritik in Niedersachsen ist eine Entscheidung von Kultusministerin Julia Willie Hamburg. Die Grünen-Politikerin sagte dem Spiegel, das schriftliche Dividieren solle in der Grundschule künftig nicht mehr verbindlich unterrichtet werden. Betroffen seien Kinder, die ab dem Schuljahr 2026/2027 eingeschult würden. Stattdessen setze das Land auf halbschriftliche Rechenverfahren.
Zur Begründung verwies Hamburg auf didaktische Konzepte und bildungswissenschaftliche Erkenntnisse. Das klassische schriftliche Dividieren sei komplex und fehleranfällig. Entscheidend sei ein tragfähiges Zahlenverständnis, sagte eine Sprecherin des Kultusministeriums gegenüber dem Magazin. In weiterführenden Schulen bleibe das Verfahren Bestandteil des Unterrichts.
Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Stefan Düll, widersprach dieser Einschätzung in der Bild-Zeitung. Er sagte dem Blatt, gerade in der Mathematik sei es wichtig, verschiedene Lösungswege zu beherrschen. Wer das schriftliche Dividieren in der Grundschule streiche, bereite Schüler schlechter auf die Anforderungen späterer Klassen vor. Auch die Opposition äußerte scharfe Kritik. Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Niedersächsischen Landtag, Sebastian Lechner, sagte der Bild-Zeitung, die Entscheidung passe in eine Linie sinkender Ansprüche in der Bildungspolitik. Damit schade die Landesregierung der Zukunft der Kinder.
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