One Comment

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    Wolfgang Rosner

    Bin ich der Einzige, dem bei dieser ganzen Tebartz-Story der Geruch von Inszenierung in die Nase steigt?

    Es ist ja nicht neu, daß einige Leute dem Konkordat an die Wolle wollen. So weit so gut, so lange offen und sachlich argumentiert wird. Aber die Kosten für ein ganzes Bad auf eine Wanne zu reduzieren, die Rolle von Mitentscheidern systematisch zu vertuschen etc gehört imho in den Bereich der Propaganda, nicht der Wahrheitsfindung, und sollte eigentlich unter unserem Niveau liegen.

    Viel interessanter wäre die Frage “qui bono”?
    Eine überraschende Antwort: den Kirchen!
    Denn wenn das Konkordat gekündigt würde, müßten nach gängiger Rechtslage (pacta sunt servanda) die laufenden Zahlungen kapitalisiert werden (so wie der Staat auch seine Staatsanleihen bedient – auch wenn’s lästig erscheinen mag). Und nach dem kleinen Einmaleins der Finanzmathematik teilt man dazu die wiederholende Zahlung durch den Zinssatz.
    Also:
    Kleiner Zins = hohe Ablösesumme
    Könnte es also aus Sicht der Kirchen einen besseren Zeitpunkt für den Ausstieg aus dem Konkordat geben als die aktuellen fast-Null-Zinsen?
    Noch dazu wo den Kirchen wohl demnächst eine drückende demographische Pensionslast für die Alt-Priester ins Haus steht (fand ich, glaube ich, über Kopp) und angesichts der brüchigen Staatsfinanzen der ewige Fortbestand der laufenden Finanzierungen eh’ mehr als fraglich ist.

    Natürlich hat den Kirchen die ganze Geschichte viel Image gekostet. Aber wohl kaum bei den 100%igen Anhängern, da überwiegt nach meiner Beobachtung eine trotzige Solidarisierung. Ein paar vorgezogene Austritte von Wackelkandidaten, die eh’ nicht mehr lange geblieben wären, könnte man ggf. auch als verschmerzbare Nebenkosten einer “Portfolio-Bereinigung” einstufen.

    Belegen kann ich meine Einschätzung nicht, aber ich finde in der veröffentlichten Inszenierung wenig, was dieser widersprechen würde.

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