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  1. 3

    jackcot

    Man sollte klar unterscheiden zwischen “Besitz” und “Eigentum” im juristischen Sinne. Demnach ist “Eigentum” nicht unbedingt “Besitz”. Zum Beispiel hat jemand mehrere Wohnungen als Eigentum, vermietet sie aber an andere, dann sind die Mieter der Wohnungen deren Besitzer aber nicht deren Eigentümer.
    Ich gehe mal davon aus, daß die Verfasserin des Artikels bei “Besitz” im landläufigen Sinne “Eigentum” meint.

    Diesbezüglich erscheinen mir vor allem die verschiedenen Gründe für den Erwerb von “Besitz” im Sinne von “Eigentum” wichtig.
    Kurzum: Was treibt die Leute zum Erwerb von Eigentum, d. h., was ist ihre Motivation Eigentum zu erwerben?

    Nachfolgend eine (sicherlich unvollständige) Liste:

    1. Besitz als Statussymbol, ein nicht zu unterschätzendes Motiv, d. h. das Bedürfnis des “Mehr-sein-Wollens” gegenüber anderen, mit dem häufigen Effekt des “Neides” jener dann,

    2. Besitz aus Sicherheitsbedürfnis für mögliche kommende schlechte Zeiten nach dem Volksweisheit: “Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not”,

    3. Besitz um den Nachkommen (Kindern, Enkeln, Ehepartner) etwas Werthaltiges zu hinterlassen, “damit diese es leichter haben werden als man es selber hat”,

    4. Besitz aus Neugierde an neuen technischen Entwicklungen, vielleicht auch um nicht gänzlich von der allgemeinen Entwicklung abgehängt zu werden (siehe Computer mit seiner zweiten informationstechnologischen Revolution, dem Internet, nach der ersten, der Erfindung der Buchdruckertechnik durch Johannes Guttenberg vor ca. 500 Jahren); ohne Internet ist man heute auch informell doch bereits völlig abgehängt, egal ob politisch, rechtlich, medizinisch, fachlich usw.
    Leute ohne Internet sind “out”, kurzum, sie blicken nicht mehr durch!

    5. Besitz aus Langeweile, für langweilige, phantasielose Leute, “die schon alles haben” und nicht wissen, wohin mit ihrem vielen Geld,

    6. Besitzgier aus Frust, z. B. wenn der Mann im Ausland auf Montage ist und seine Frau ihren sexuellen Frust durch “Shopping” versucht zu kompensieren, und dadurch seinen meist hart erarbeiteten Verdienst eifrig synchron zunichte macht. Da hilft dann meist nur Kontosperrung bzw. -begrenzung, die Frau mitzunehmen, was oft gar nicht geht, oder sich zu trennen und eine andere, diszipliniertere oder folgsamere Frau zu suchen.

    7. Besitz zur Schaffung von Mehrwert, z. B. von Werkzeugen und Maschinen für Do-it-Yourself-Zwecke, wie z. B. für die Reparatur und Instandsetzung von kaputt gegangenen Gegenständen für sich,
    und dann auch oft für andere. Dann wird Besitz Teil der Möglichkeit eines eigenen Startups, was heute meist mittels “Learning-by-Doing” erreicht wird.

    8. Besitz zur Realisierung von Innovationen (eigenen Produktideen). Hinter den meisten Neuerungen stehen als Erfinder Bastler. Ohne Besitz an Maschinen, Werzeugen, Vorrichtungen und Platz dafür können solche nicht realisiert werden,
    usw.
    Die meisten der obigen Motivationen für “Besitz” im Sinne von “Eigentum” sind dehalb positiv zu sehen und verlangen eher mehr als weniger!

    Es kommt halt immer darauf an, was man aus einer Sache macht!

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  2. 2

    HERZ ENGEL C

    Aller Konsum besitzt uns, solange wir uns besitzen lassen.
    Man kann auch konsumieren, in notwendigen Maßen, ohne sich vereinnahmen zu lassen, das heißt, ohne davon abhängig zu werden/sein.
    Das bedeutet, daß man jederzeit auch ohne all das auskommen kann, jederzeit verzichten kann auf Handy ( soweit beruflich nicht notwendig ), doch dazu braucht man eine betimmte Lebenseinstellung.
    Das ist das Bewußtsein, daß man jederzeit sterben kann, jeden Tag, jede Minute, es hängt letztlich nur vom Schlagen oder Nichtschlagen des eigenen Herzens ab.

    Dann kommt die große Sinnentleerung, die viele haben.
    Was passiert, nachdem ich gestoben bin?.
    Oder während ich sterbe?.
    Wie geht das Sterben für mich ?
    Was sehe ich, was empfinde ich?

    Wirklich arm ist der/diejenige, die hierauf keine Antworten haben, Antworten die man aus eigener Erfahrung gesammelt hat, nichts Angelesenes oder Gehörtes, das kann stimmen, muß aber nicht, außerdem muß es einem nicht überzeugen.

    Deswegen ist persönliches, geistiges/geistliches Wachstum DAS Lebenswichtige überhaupt, will man aufrichtig und gerade für sich und seine Nächsten dastehen, für die man auch Verantwortung hat.

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  3. 1

    Wolfgang

    Ich hatte schonmal gepostet zum Fall der Musik-Managerin (Rechtskunde), obwohl ich aus einer ganz anderen Branche ab-stamme.

    Bei Bill Gates nennt sich das: „Steve was a Genie in brands!“ Youtube – citisite chanel – durchscrollen. Obiger Artikel läuft explizit unter limbic styles. Nicht im Sinn von Style, sondern unter NeuroScience, die Königsdisziplin der Wissenschaft. Schmunzel.

    Amygdale und Co., man kann es auch affectregulation nennen. Der obige Artikel ist nicht uncreativ getextet, jedoch noch besser textet Steve Jobs in seiner Stanford Rede – Zitate für die Ewigkeit.

    Beispielsweise: »Apple ist für Menschen, die Computer benutzen, weil diese Ihnen helfen, die Welt zu verändern, und nicht, um eine Arbeit zu erledigen“ oder »Design is, how it works“

    Das arme Mädchen (auf dem obigen Bild) hat ja wahrlich wenig Besitztümer – weniger geht nicht, vermutlich nach dem Mercedes Slogan: „The best or nothing!“

    I-Phone is recommended, denn ein I-Phone liebt dich. Diesen Unterschied gilt es zu verstehen, aber auch evtl. Winnicott: »Das dritte Objekt“ im Kontext Kindererziehung: “Spass des Kindes, mit den Eltern, über eine dritte Sache.“

    Recommendend, damit sich frühkindlich die Gehirnzellen des Kindes vernetzen, so das limbische System, im Erwachsenenalter, eben keine Kaufrausch entwickelt. Klingt unlogisch, neurobiolgisch einfachst nachweisbar.

    Anders formuliert, als Klassiker. Freud: „Der Sklave des Augenblickes.“ Gregory Bateson schlägt vor, Affekte im interpersonalen Kontext als Ersatzhandlung zu betrachten. Dazu geht er von der Beispielsituation aus, dass die Mutter dem Kind ein Eis kauft oder kein Eis erlaubt: Für das Kind mag es ein positiver Liebes-Klimax in der Mutter-Kind-Beziehung sein, wenn es ein Eis erhält und isst. Wird ihm ein Eis verweigert, wäre der Wutanfall ein Hass-Klimax in der Mutter-Kind-Beziehung. Entfernte Ziele werden somit weniger wichtig als der Genuß des Augenblickes.

    Ebendem das limbische System im Erwachsenenalter sich mit schnell umsetzbaren Trieben sich Lust verschafft und evtl. vor lauter spontanen Käufen, glatt vergisst, Lebenspläne zu machen.

    Die Frage ist also nicht, wieviele Produkte man zuhause hat, sondern wo denn das Lebensziel (mit Plänen) ist, die man im Tatsächlichen auch umsetzt. Es ist doch wahrlich Zeitverschwendung, sich über Dinge den Kopf zu zerbrechen, die einen persönlich nicht weiter bringen 🙂

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