Pentagon-Chef Hagel: Neue Waffenlieferungen in Nahen Osten sind Signal für den Iran

Die geplanten großen Waffenlieferungen an die US-Verbündeten im Nahen Osten sind laut US-Verteidigungsminister Chuck Hagel ein klares Signal an den Iran, mit dem die Möglichkeit einer Gewaltanwendung zur Neutralisierung der Atomgefahr demonstriert wird. Quelle: RIAN

Im Vorfeld von Hagels erster Nahost-Reise im Amt des Pentagon-Chefs waren Rüstungsdeals in Höhe von zehn Milliarden US-Dollar bekannt gegeben worden. Diese sehen nach Medienangaben den Verkauf von V-22-Osprey-Transportflugzeugen, Boeing KC-135-Tankflugzeugen, Antiradarraketen und Radarsystemen für Kampfflugzeuge an Israel vor.

Die Vereinigten Arabischen Emirate würden F-16-Kampfjets sowie neuartige Luft-Boden-Raketen für diese Maschinen erhalten. Saudi-Arabien soll die gleichen Raketen für die bereits früher gekauften amerikanischen Kampfflugzeuge bekommen. „Ich glaube nicht, dass Zweifel daran bestehen mögen, dass es sich dabei um ein weiteres klares Signal an den Iran handelt“, wird Hagel von westlichen Medien zitiert.

Die Anwendung militärischer Gewalt könne als letztes Mittel Anwendung finden, um den Iran auf dem Weg zum Besitz von Atomwaffen aufzuhalten, äußerte Hagel vor Journalisten auf dem Weg nach Israel, der ersten Station seiner Nahost-Reise. Momentan gebe es noch Zeit für diplomatische Lösungen und wirtschaftliche Sanktionen, betonte er.

Die geplanten Waffenlieferungen sollen in erster Linie die qualitative militärische Überlegenheit Israels in der Region festigen. „Jeder souveräne Staat hat das Recht auf Selbstschutz und Selbstverteidigung. Das iranische Atomprogramm stellt eine Gefahr dar, und Israel entscheidet selbständig, wie es sich davor schützen soll“, so Hagel.

Auf seiner Reise will Hagel neben Israel die palästinensischen Territorien, Jordanien, Saudi-Arabien, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate besuchen.

“Felslabyrinth voller Höhlen und Waffenlager”

Im Dritten Weltkrieg um die Weltherrschaft ist das Angriffskriegsbündnis “Westliche Wertegemeinschaft” an seiner Frontverwirrung in Mali auf Schwierigkeiten gestoßen. Quelle: noch ein Parteibuch

Wie das CIA-nahe Kriegstreiber-Blog “Spon” meldet, hat die westliche Wertegemeinschaft nun herausgefunden, dass es im Nordosten von Mali das rund 250.000km große Ifoghas-Gebirge gibt. Von der Fläche her ist das Gebirge zwar nur wenig größer als Großbritannien, doch wie Spon schreibt, sei das Gebiet ein “Felslabyrinth voller Höhlen und Waffenlager.” Diese Eigenschaften der straßenlosen Felsengegend werden nun also wohl in modernem Kartenmaterial vermerkt werden, ähnlich wie Schiffskapitäne seit Urzeiten Riffs in Seekarten ergänzen, die sie durch “Auflaufen” entdecken.

Und anstelle sich ehrenhaft in einer offenen Schlacht von französischen Kampfbombern eliminieren zu lassen, haben sich die kriegserfahrenen wahhabitischen Wüstenterroristen, die NATO-Staaten zur Unterstützung des Sturzes der von Muammar Gaddafi geführten libyschen Regierung vor zwei Jahren großzügig mit modernsten Waffen, bester Technik und intensiven Schulungen in Guerillakrieg aufgerüstet haben, und die dann anschließend in Mali zu einer Bedrohung für den französischen Uranbergbau geworden sind, nun ausgerechnet dorthin zurückgezogen. “Die Aufständischen haben gelernt, sich so zu organisieren, dass die Franzosen sie nicht finden können,” zitiert die Kriegstreiber-Postille einen Offizier aus Mali. Damit konnte natürlich niemand rechnen.

Weiterhin wird ein französischer Krieger der westlichen Wertegmeinschaft zitiert, der erklärt, es brauche “einen Großeinsatz, um die wichtigsten Zonen abzuriegeln” und das werde “eine Weile dauern.” Bundeskriegsminister Thomas de Maizière tat unterdessen kund, niemand könne heute sagen, “ob der ‘Einsatz’ in Mali ein, zwei oder drei Jahre dauern” werde und “welche Anforderungen ‘die Lage’ in zwei Jahren” stelle. Nun ist guter Rat teuer.

Um die Kasse etwas aufzubessern hat das deutsche Regime deshalb soeben beschlossen, den saudischen Anführern der wahhabitischen Terroristen, gegen die die reichlich bankrotte westliche Wertegemeinschaft in Mali Krieg führt, moderne Kriegsschiffe im Wert von rund 1,5 Miliarden Euro zu verkaufen. In Zeiten, wo lang etablierte Schmuggelrouten über Land durch die Sahara durch Krieg gestört sind, sind seegestützte Alternativen schließlich besonders wichtig.

Ob die erneute Aufrüstung der saudischen Waffenbrüder der westlichen Wertegemeinschaft wirklich helfen wird, wird sich allerdings wohl erst entscheiden, nachdem die westliche Wertegemeinschaft sich entschieden hat, ob sie ihren dritten Weltkrieg letztlich wie in Libyen und Syrien an der Seite von zahlungskräftigen wahhabitischen Terroristen wie denen von Al Qaeda oder wie in Afghanistan und Mali im Kampf gegen Al-Qaeda-Terroristen führen will.

Der fundamentale Widerspruch der Bekämpfung des Terrorismus durch den Westen

Sieh an, sieh an. Im staatlichen deutschen Randgruppen-TV-Kanal Phoenix durfte Werner Ruf den fundamentalen Widerspruch der Bekämpfung des Terrorismus durch den Westen erklären. Quelle: nocheinParteibuch

Anlässlich unter französischer Führung als “Anti-Terror-Kampf” geführten Krieges im Norden Malis, vorgeblich gegen wahhabitische Jihadisten, tatsächlich jedoch gegen Freunde Gaddafis, Tuaregs und die Touré-Regierung, geführten Krieges, sagte Werner Ruf:

“Das ist kein Konflikt in Mali, das ist ein Konflikt im Sahel, der en ganzen Raum erfasst. Deswegen kann man auch die sogenannten Terroristen nicht im Norden Malis bekämpfen. Die weichen doch überall aus. Ihr Autonomie-Plan in Ehren, das heißt aber, das heißt aber, die Frage derzeit nicht existierender Staatlichkeit in Algerien, in Libyen, in Mali, in Niger, in Burkuna Faso, das ist so einfach nicht zu stemmen. Ja, und wenn wir uns in diesen Widerspruch hineinbegeben und – ich sage mal – stellvertretend Terrorismus bekämpfen, dann kommen wir an das Problem nicht ran.

Warum denn schaut man nicht, wo der Terrorismus wirklich ist. Niemand spricht über Saudi-Arabien, wo jährlich etwa 300 Leuten der Kopf abgehackt wird, wo philippinische Hausmädchen, wenn sie beim katholische Beten erwischt werden, ausgepeitscht werden, und und und. Sie sind es, die die Prediger ausbilden. Sie sind es, die die Waffen liefern, zusammen mit den Kataris, die die MUJAO unterstützen. Wenn ich wirklich einen solchen Konflikt vernünftig bekämpfen will, dann muss ich auch an die Ursachen. Aber dann kommt Realpolitik und dann sagt Herr Westerwelle: Saudi-Arabien ist ein Anker der Stabilität (unsere Ölzufuhr) und ich denke, da ist der Widerspruch, den wir sehen müssen. Nicht, dass wir jetzt auf Saudi Arabien Bomben schmeißen müssen, aber wir müssen anderes, ein politisches Konzept finden, wo wir diese Unterstützung verhindern.

Es ist kein Zufall, dass in In Amenas in Algerien elf Tunesier unter den Terroristen waren, die ums Leben gekommen sind. Die Saudis haben in Tunesien inzwischen Ausbildungscamps aufgebaut.”

Saudi Arabien und Katar stecken hinter beinahe allen wahhabitischen Terrorgruppen, von Afghanistan über Syrien, Libyen und Mali bis Nigeria. Das ist eine sehr wichtige Feststellung, die natürlich erstmal keine politischen Konsequenzen haben wird. Aber es ist der Bruch eines Tabus im öffentlich-rechtlichen Fernehen Deutschlands, wenn auch nur auf einem Randgruppen-Kanal. Die Rechtfertigung, mächtige NATO-Staaten würden nicht gegen die Unterstützung wahhabitischer Terrorgruppen durch Saudi Arabien und Katar vorgehen, weil Saudi Arabien und Katar dank ihres Ölreichtums am längeren Hebel sitzen, ist allerdings lächerlich. Wollten sie dagegen vorgehen, so könnten die NATO-Staaten in Saudi Arabien und Katar ohne weiteres Regime Changes durchführen, wenn ihre Lakaien nicht willig sind. Die Diktatoren von Saudi Arabien und Katar sind militärisch und ökonomisch nahezu völlig von NATO-Staaten abhängig.

Was allerdings bei der Feststellung von Werner Ruf also noch fehlt, ist die Hintergrund-Infomration, dass Saudi Arabien und Katar die wahhabitischen Terroristengruppen häufig nicht auf eigene Kappe mit wahhabitischer Propaganda, Geld und Waffen schaffen, sondern diese britisch-amerikanischen Marionetten-Diktatoren und ihre wahhabitischen Vorbeter seit Urzeiten, wie es in der Vergangenheit besonders in Afghanistan und Libyen zu sehen war und Syrien gegenwärtig zu sehen ist, sie von westlichen Mächten, US-Amerikanern, Briten und Franzosen, dazu insgeheim angehalten werden, um westlichen Mächten aus geopolitischen Gründen nicht genehme Regierungen (DVPA in Afghanistan, Gaddafi in Libyen, Touré in Mali, Assad in Syrien) zu destabilisieren und zu stürzen.

Dass Saudi Arabien und Katar hinter praktisch allen wahhabitischen Terrorgruppen stecken – keine dieser Gruppen hat je das zionistsiche Regime angegrifffen – , kann auch jeder leicht daran erkennen, der sich auch nur Oberflächlich mit der Materie befasst. Dass dagegen von Seiten der NATO-Staaten nicht vorgegangen wird, nicht mal, nachdem 15 von 19 Hijackern zu 9/11 aus Saudi Arabien kamen und Katars Sender Al Jazeera dazu auch nach 9/11 ständig Al-Kaida-Propaganda verbreiten durfte, zeigt, dass mächtige Israel und NATO-Staaten selbst insgeheim hinter den wahhabitischen Terrorgruppen stecken, und lediglich aus Gründen der besseren Abstreitbarkeit die Führung dieser Terrorgruppen an Saudi Arabien und Katar ausgelagert haben.

Liefert Saudi-Arabien Waffen an syrische Rebellen?

Saudi-Arabien liefert angeblich Waffen, info, Bomben, militärische Ausrüstung und Medikamente über den Irak an syrische Rebellen. Quelle: gegenfrage.com

Die Waffen werden offenbar an der Grenze zwischen Saudi-Arabien und dem Irak an Personen übergeben, die sowohl in Syrien als auch im Irak aktiv sind.

Offenbar handelt es sich um die Stadt Al-Nakhib, wo die Übergaben stattfinden und ca. 5’000 Menschen wohnen. Die Stadt befindet sich zwischen Saudi-Arabien, Jordanien und Irak. Zudem haben die Vereinigten Staaten dort der Quelle zufolge einige Militärstützpunkte.

Die Informationen stammen laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars News von einer Quelle, die gut über die Situation informiert ist, aber nicht namentlich genannt werden möchte. Saudi-Arabien ist ein enger Verbündeter westlicher Staaten, die den Bürgerkrieg in Syrien durch finanzielle Unterstützung und Waffenlieferungen an die sog. Rebellen aufrecht erhalten.

Die Geheimdienste der islamischen Welt – Dieses Buch liest sich wie ein Krimi.

Die Geheimdienste im Nahen und Mittleren Osten kennen keine Skrupel und keine Gesetze. Zunehmend operieren sie auch in Europa und werden zu einem ernsten Sicherheitsrisiko. Sie bedienen sich wechselnder Terrorbanden, um politische Ziele mit brutaler Gewalt durchzusetzen. Wenn sie Allianzen mit dem Westen eingehen, foltern und töten sie im Auftrag von Demokratien.

Bestseller-Autor Wilhelm Dietl beschreibt als Erster die verborgenen Strukturen und spektakulärsten Operationen der islamischen Geheimdienste. Nach vielen Reisen und Gesprächen mit Insidern, Ermittlern und konkurrierenden Diensten zeigt er ihre Verstrickung in organisierte Kriminalität bis zur verbotenen Atomtechnologie und beleuchtet die Grauzone der unheilvollen Zusammenarbeit mit den Partnern im Westen.

Nicht die Diplomatie schreibt Weltgeschichte, sondern der Terrorismus. Die Weltöffentlichkeit ist sich dieser simplen Tatsache erst nach dem 11. September 2001 wirklich bewusst geworden. Wilhelm Dietl, selbst lange Jahre im Nahen und Mittleren Osten im Geheimdienstmetier unterwegs, zeigt in seinem Buch “Schattenarmeen” eine Welt im Verborgenen, die an Grausamkeit kaum zu überbieten ist. Mörderische Aktionen, brutale Gewalt, Folter sind die Mittel der Wahl, um politische Ziele durchzusetzen, wie die von ihm angeführten Beispiele aus Iran, Irak, Syrien, Libyen, Ägypten, Palästina, Saudi-Arabien zeigen.

Die Allianzen zwischen den Diensten in Ost und West, zwischen und gegen Terroristen, sind eine Grauzone von besonders unheilvollen Ausmaßen, die Dietl ebenfalls mit eindrucksvollen Beispielen belegt. Dieses Buch liest sich wie ein Krimi.

Quelle: Rezension Ilona König

Das Taliban Syndrom – USA unterstützen in Syrien Islamisten

Lapidar und kühl spult der Radio-Sprecher seinen Text ab: ”Die USA unterstützen die Rebellen in Syrien mit 25 Millionen Dollar”. Quelle: von U. Gellermann – erschienen bei: rationalgalerie.de

Schon vor Monaten hat der Präsident der USA seine Geheimdienste von der Leine gelassen: So berichtet es der Sender CNN. Gute Freunde der USA – Saudi Arabien, Katar und die Türkei – beliefern die syrischen Rebellen seit Monaten mit Waffen aller Art. Und fest an der Seite der USA: Ein Deutschland, das ausgerechnet an die finstere Katar-Diktatur 200 Leopard-Panzer liefern will. Zeitgleich mit den Panzern, die man den Saudis versprochen hat, oder schön nacheinander? Derweil erzählt Aussenminister Westerwelle der BILD-Zeitung, der syrische Präsident kämpfe gegen das eigene Volk, das schreibt der SPIEGEL ab und das Echo dieser Falschmeldung wird sich im Rest der Mainstream-Medien finden.
Das syrische Volk? Wer mag das sein? Seit Tagen erfahren wir von Kämpfen in der syrischen Handelsmetropole Aleppo. Was wir nur selten erfahren: Dort wohnen rund 20 Prozent Christen, Kurden leben in der Stadt, es gibt dort Armenier und Araber. Sie sind Minderheiten, die im bisher laizistischen Syrien ihren Platz haben. Trotz der Diktatur des Assad-Clans gab es Nischen, in denen sich Andersgläubige und unterschiedliche Nationalitäten eingerichtet hatten. Dort wächst die Furcht vor den islamistischen Milizen der Aufständischen. Wer die islamistischen Ergebnisse der beklatschten Arabellion in Tunesien und Ägypten beobachtet, der weiß, dass neben der sunnitischen Mehrheit für Minderheiten kaum Platz ist. Verfolgte koptische Christen in Ägypten können davon berichten. In Tunesien wollen die Wahlsieger “Gotteslästerung” wieder unter Strafe stellen, und in Libyen ist es die Minderheit der dunkelhäutigen Tubu, die von den Siegern aus ihren Häusern vertrieben werden. Das vom Westen so oft beschworene “Volk” hat nur wenig mit den Staatsvölkern Europas zu tun, es dient als Vorwand für die Durchsetzung eigener, westlicher Interessen.

Ausgerechnet bei einem Israel-Besuch läutet Außenminister Westerwelle das Totenglöckchen: “Präsident Assad hat keine Zukunft”, sagte er nach einem Treffen mit Israels Verteidigungsminister Ehud Barak, einem der Befürworter eines “Präventiv-Krieges” gegen den Iran. Und genau hier trifft sich die unheimliche Koalition der Assad-Gegner: Das laizistische Syrien ist eine der wenigen Partner-Staaten des Iran. Und den unbotmäßigen Iran wollen sie alle eliminieren: Die mittelalterlichen, sunnitischen Regimes in Saudi-Arabien und Katar, der verrückte israelische Ministerpräsident, der alle drei Tage mit einem Militärschlag droht, die sunnitisch gefärbte Regierung der Türkei, deren osmanische Großmachtfantasien sie zum Waffenschieber für die syrischen Rebellen werden lässt und die unheilbar imperiale USA, die jeden Krieg unterstützt, der ihre Gier nach Rohstoffen befriedigen könnte.

Der Feind meines Feindes ist mein Freund: Diese primitive Maxime amerikanischer Außenpolitik hat die USA vor Jahren an die Seite der fanatischen Taliban getrieben. Die waren ein hartnäckiger Gegner der Sowjetunion und wurden deshalb vom CIA freundlich unterstützt. Dass dieselbe Gruppe später lästig wurde, sich präzis als jenes Monster herausstellte dessen Unterdrücker-Qualitäten früh erkennbar waren, wen störte das in den oberen Rängen amerikanischer Aussen- und Kriegspolitik. Weder die Massaker der Taliban, noch ihre brutale Frauenunterdrückung konnten die USA damals abschrecken. So sind es auch in Syrien wieder extreme Islamisten, mit denen der Westen paktiert. Selbst wenn in deutschen Medien beschworen wird, dass es sich bei den sunnitischen Milizen um “Freiheitskämpfer” handelt: Das Taliban-Syndrom grassiert. Mit der westlichen Unterstützung der bewaffneten Aufständischen in Syrien werden jene Kräfte bevorzugt, die dem westlichen Menschenbild ferner sind als es Assad je war.

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Syrien aktuell Zusammenfassung: Keine Kompromisse

Die Rede von Baschar al-Assad  im syrischen Parlament vor den relativ frisch gewählten Abgeordneten könnte man Grunde als „das Übliche“ bezeichnen – er sagte, was er auch schon früher gesagt hat und was er in der gegebenen Situation sagen musste. Quelle: apxwn.blogspot.de

Aber eine Nuance gibt es, die ziemlich bedeutsam scheint. Assad bezeichnet die Opposition als „Terroristen“, was im Grunde vollkommen richtig ist. Der Unterton dieser seiner Äußerung ist aber damit klar – es kann keinerlei Verhandlungen mit dieser Opposition, die jetzt klar als „Terroristen“ bezeichnet wird, mehr geben. Mehr noch, der syrische Präsident sagt, dass es sich bei dem Konflikt nicht um einen Bürgerkrieg handelt: „Diese Krise ist ein Krieg äußerer Kräfte, der mithilfe von Werkzeugen im Innern geführt wird“, und jeder Patriot habe die Pflicht, sich zum Schutze des Landes zu erheben. Auf diese Weise ist es jetzt offiziell, dass es keinerlei Versuche mehr geben wird, einen Kompromiss mit diesen Kräften zu finden. So gesehen ist diese Aussage eine Antwort auf die Äußerung von Navanethem Pillay , der Hohen Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte, welche die Befürchtung aussprach, internationale Führer könnten sich bei ihren Friedensbemühungen dazu verleitet fühlen, „politisch falsche Lösungen einzugehen, die eine Amnestie oder Nichtverfolgung beinhalten könnten“ und Assad z.B. persönliche Unversehrtheit im Austausch für einen Rücktritt anzubieten.

Im Grunde hat Mrs. Pillay im Namen der sogenannten Weltöffentlichkeit mitgeteilt, dass es mit Assad und seiner Regierung keine Verhandlungen geben wird – keine Gnade für Tyrannen! Das ist nichts Neues – in Libyen hatte Gaddafi den Aufständischen und dem Westen insgesamt vier Mal Verhandlungen angeboten – alles ohne Reaktion.

Die Gegner dürsteten nach einer blutigen Opferung vor laufender Kamera, und sie haben diese bekommen. Auch im Fall mit Syrien und Baschar al-Assad gibt es da praktisch nur noch die Wahl zwischen dem Machtverzicht und irgendeinem Den Haag vor dem Hintergrund der Dezimierung ethnischer und religiöser Minderheiten im Land, oder eben dem Kampf bis zuletzt. Ich persönlich zweifele nicht daran, dass Assad seinen Posten durchaus aufgeben würde, bekäme er Garantien für eine Beendigung der Gewalt im Lande – doch das ist eine vollkommen unrealistische Vorstellung. Deshalb ist es jetzt so, wie es ist – die Positionen sind klar, die Karten sind auf dem Tisch.

Annan-Plan R.I.P.

Inzwischen teilt Reuters mit , dass die Banditen, welche man offiziell „Rebellen“ nennt, allein am vergangenen Wochenende mehr als 100 Soldaten der syrischen Armee umgebracht haben. Es ist nicht ganz klar, wie zuverlässig diese Angabe ist, denn sie kommt von einer an solchen Informationen interessierten Seite, nämlich von den Banditen selbst. 80 der Namen dieser Toten wurden immerhin von Ärzten vor Ort bestätigt. Die FSA hatte der syrischen Regierung ein zweitägiges Ultimatum mit vollkommen unklarem Inhalt gestellt und sich dazu verpflichtet, nach dessen Ablauf einen totalen Krieg gegen die Regierung zu führen. Offenbar hat Baschar al-Assad das in seiner Rede bereits mit berücksichtigt und sich so eindeutig und unmissverständlich zu den „Rebellen“ geäußert.

Die bewaffneten Banden beschweren sich darüber, dass die Armee gegen sie Panzerfahrzeuge, Gardewerfer und Artillerie einsetzt. Andererseits berichten sie stolz von ihren Erfolgen – darunter unter dem reinen Mord an Soldaten auch die Vernichtung von Panzerfahrzeugen. Wenn das so ist, so gebrauchen die bewaffneten Rebellen nicht nur leichte Schusswaffen, sondern eben auch schwere Waffen, die Panzerfahrzeuge vernichten können. In einem solchen Falle kann man sich wohl nur schwerlich eine Armee vorstellen, die unter derartigen Angriffen nicht ihrerseits zu schweren Waffen und Technik greift.

Fazit ist, dass der Annan-Plan letztlich von beiden Seiten aufgegeben wurde. Für die bewaffneten Rebellen war er eine Atempause, während welcher sie sich nach ihrer Niederlage in Homs umgruppieren, ihre Reihen durch neue Leute füllen, sich gründlich vorbereiten und neue Pläne ausarbeiten und durchspielen konnten. Für die Regierung bedeutete der Plan Kofi Annans im Grunde nichts als einen fatalen Rückzug und den Verlust der strategischen Initiative. Möglicherweise wird das das letzte Experiment Assads mit den diversen westlichen Friedensinitiativen gewesen sein.

Linkempfehlung:

Syrien: Wie man “Verbrechen gegen die Menschlichkeit” und Gräueltaten vortäuscht!