Vortrag: Die Rolle der USA, EU und Russland im aktuellen Ukraine-Konflikt

Um ihre Ziele zu erreichen, ist den USA jedes Mittel recht. Sie sorgten zum Beispiel dafür, dass die Proteste in Kiew immer gewalttätiger wurden. Zur Eskalation auf dem Majdan kam es, als Heckenschützen in die Menge feuerten und Menschen töteten. Die von den USA gelenkten Mainstream-Medien machten pro-russische Separatisten für die Taten verantwortlich. Eine perfide Täuschung der Öffentlichkeit!

Der Journalist, Verleger und Buchautor Dr. Bruno Bandulet über die Rolle der USA, EU und Russland im aktuellen Ukraine-Konflikt.

Quelle: Russland-Konferenz von “eigentümlich frei”, November 2014, Usedom

Warum verteidigen 300 Mio. Amerikaner 500 Mio. Europäer vor 140 Mio. Russen?

Deutschland+Russland

Linkverweise:

Wie Amerikas Hardliner den Ukraine-Krieg anheizen - Der Krieg in der Ukraine ist Dauerthema in den Nachrichten. Für die meisten besteht kein Zweifel daran, dass Wladimir Putins Russland diesen Konflikt schürt. Der bekannte Analyst geostrategischer Entwicklungen F. William Engdahl zeigt in dieser Chronik, wer den Krieg in der Ukraine in Wirklichkeit anheizt: Es sind die Vereinigten Staaten und ihre Geheimdienste…hier weiter

Als Deutschland Großmacht warBruno Bandulet - Ein ebenso spannender wie faktenreicher Bericht über das Kaiserreich, seine Feinde und die Entfesselung des Ersten Weltkriegs. Undogmatisch und unvoreingenommen führt der Autor seine Recherchen. Auf diese Weise sammelte er Fakten, die Sie in den Mainstream-Medien vergeblich suchen. hier weiter

Verbotene Trauer - Auf knappem Raum erfährt man das Wesentliche über die Pläne von Morgenthau und Kaufman, über die Entstehung der Kollektivschuld-These, über Adorno und die Frankfurter Schule, über das gelungene Experiment der Umerziehung nach 1945, über alliierte Kriegsverbrechen und den Horror der Vertreibung. hier weiter

Verdeckte Kriegsführung – Ein Blick hinter die Kulissen der Machtpolitik – Auf der AZK im Juli 2014 referierte Dr. Daniele Ganser zur verdeckten Kriegsführung des Westens. Dr. Daniele Ganser gehört zu den namhaftesten Historikern im deutschsprachigen Raum. Sein Buch „NATO-Geheimarmeen in Europa – Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung” wurde 2005 veröffentlicht und in zehn Sprachen übersetzt. Es gilt als das Standardwerk zum Thema staatlich organisierter Terror. Diese Publikation machte ihn international bekannt. hier zum Vortrag

Journalisten manipulieren uns im Interesse der Mächtigen – Haben auch Sie das Gefühl, häufig manipuliert und von den Medien belogen zu werden? Dann geht es Ihnen wie der Mehrheit der Deutschen. Bislang galt es als »Verschwörungstheorie«, dass Leitmedien uns Bürger mit Propagandatechniken gezielt manipulieren. Jetzt enthüllt ein Insider, was wirklich hinter den Kulissen passiert. hier weiter

Die Großmächte auf dem Weg zur Konfrontation - Seit dem Zerfall der UdSSR hat das Gebiet um das Kaspische Meer im postsowjet-Raum an besonderer geostrategischer Signifikanz gewonnen. Dafür sind in erster Linie der große Rohstoffreichtum an Öl und Erdgas wie auch die zentrale geographische Lage an der Schnittstelle … hier weiter

Die Angloamerikaner zetteln weltweit Kriege an, seit 1914 bis heute

Harte Fakten, die viel zu lange verborgen geblieben sind!

Sie lagern zu Tausenden und Millionen in den geheimen Archiven der Regierungen, Militärs und Nachrichtendienste – streng geheime Dokumente, von denen die meisten nie das Licht der Öffentlichkeit erblicken sollen.
Sie zeugen von Verschwörungen und mörderischen Plänen, Intrigen und Folter, von menschenverachtenden Experimenten und satanischen Ritualen – und dies alles nur im Interesse einer verborgenen Machtelite.

Nur wenige dieser Zeugnisse gelangten bislang an die Öffentlichkeit, oft nach intensiven Recherchen durch Blogger und Journalisten oder aber auch durch »abtrünnige« Insider, die selbst Teil des Systems waren und die verbrecherischen Aktivitäten nicht mehr länger billigen wollten.

Der Buchautor, Blogger und ehem. Pilot Peter Haisenko im Interview mit KenFM über die Briten und Amerikaner als Verantwortliche für die großen Kriege des letzen Jahrhunderts 1914-2014.

Peter Haisenko: Die Angloamerikaner zetteln weltweit Kriege an, seit 1914 bis heute

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“Kare Inglise” – Die mörderisch „unsichtbare” Hand des britischen Imperiums

BüSo TV

England, die Deutschen, die Juden und das 20. Jahrhundert: Die perfiden Strategien des British Empire - England, die Deutschen, die Juden und das 20. Jahrhundert: Kriege werden aus zwei Gründen begonnen – aus wirtschaftlichen und aus religiösen. Ein Land mit wirtschaftlichen Problemen muss als potentiell aggressiv angesehen werden. Um dies abschätzen zu können, ist es unerlässlich, die Situation einer Volkswirtschaft vor dem Krieg zu untersuchen. Unter diesem Aspekt werden Zusammenhänge sichtbar, die sonst verdeckt bleiben…hier weiter

Schwarz auf weiß - Andreas von Rétyi führt Sie mitten hinein in die hochdramatischen Abläufe einer schier unglaublichen Geheimpolitik. Er präsentiert Ihnen eine ganze Reihe vormals geheimer Dokumente, die vielfach für dieses Buch erstmalig ins Deutsche übersetzt wurden. hier weiter

Analyse: Briten sind die größten Kriegstreiber der Geschichte - Beim Wort “Krieg” fällt den meisten Menschen zuerst Deutschland ein, oder vielleicht auch die USA oder Israel. Die Hauptkriegstreiber der Menschheitsgeschichte sind aber zweifellos die Briten. Ganze 90% aller Länder der Welt wurden schon von britischen Truppen überfallen. hier weiter

Die Großmächte auf dem Weg zur Konfrontation - Seit dem Zerfall der UdSSR hat das Gebiet um das Kaspische Meer im postsowjet-Raum an besonderer geostrategischer Signifikanz gewonnen. Dafür sind in erster Linie der große Rohstoffreichtum an Öl und Erdgas wie auch die zentrale geographische Lage an der Schnittstelle … hier weiter

Der C-Waffen-Einsatz in Syrien? „US-Belege“ haben Moskau nicht überzeugt

Als nicht überzeugend hat Michail Margelow, Außenchef des Föderationsrats (russisches Parlamentsoberhaus), die neusten US-Angaben über einen Einsatz von Chemiewaffen durch die syrische Armee bezeichnet. Quelle: RIAN

Das Weiße Haus hatte am Freitag erklärt, dass Syriens Regierung mit der Anwendung von C-Waffen die von den USA gezogene rote Linie überschritten habe. Die USA hätten Russland Belege dafür vorgelegt.

Laut Margelow sind diese Belege „nicht überzeugend“. Moskau bestehe weiter auf einer unverzüglichen UN-Ermittlung. Nur so könnte die notwendige Objektivität gewährleistet werden.

„Die Geschichte zeigt, dass individuelle Ermittlungsaktivitäten einzelner Staaten, die zur Begründung militärischer Einsätze durchgeführt wurden, sich nachher nicht bestätigten.“

Margelow erinnerte daran, dass der Verdacht auf Massenvernichtungswaffen im Irak als Anlass für die Invasion in dieses Land gedient habe. Unter diesem Vorwand erfolgte dort ein Regimewechsel, Massenvernichtungswaffen wurden jedoch keine gefunden.

Syrien aktuell: USA tritt offen in den Syrien-Konflikt ein!

yes we canDie US-Regierung hält den Einsatz von Chemiewaffen im syrischen Bürgerkrieg für erwiesen und verspricht den Gegnern von Staatschef Baschar al-Assad offen militärische Unterstützung.

Was das genau heißt, ist unklar. “Die rote Linie des Präsidenten ist überschritten worden”, sagt Senator John McCain.

Gleichzeitig kündigte der stellvertretende Sicherheitsberater des Weißen Hauses, Ben Rhodes, am Donnerstag in Washington militärische Unterstützung für die Aufständischen gegen Machthaber Baschar al-Assad an.

„Der Geheimdienst schätzt, dass bislang 100 bis 150 Menschen in Syrien durch die nachgewiesenen Attacken mit chemischen Waffen ums Leben gekommen sind“, sagte Rhodes. Auch das Nervengas Sarin sei in geringen Mengen angewendet worden. Beim G8-Gipfel in Nordirland in der kommenden Woche wollten die Vereinigten Staaten nun mit ihren Alliierten über weitere Schritte beraten. Quelle: AFP

Das war der Startschuß!

Links:

Ein “humanitärer Krieg” gegen Syrien und die Welt steht vor dem nuklearen Holocaust! Nato Angriff auf Syrien und die Samson-Option Israels 

Die Konsequenzen eines Angriffs auf Syrien könnten verheerend sein. Ein russischer Geheimdienstbericht, der am 24.08.2011 veröffentlicht wurde, führt aus: Sobald die ersten Bomben auf Syrien fallen, werden ca. 75000 Raketen auf den ganzen Nahen Osten herniedergehen, speziell auf Israel. Zwei Stunden später werden die Israelis ihre “Samson“-Option ausführen. Dabei werden Atomwaffen nicht nur auf die arabischen Länder abgefeuert, sondern auch auf ganz Europa, was in einem nuklearen Holocaust münden wird. Israel würde Europa im Zuge seiner Samson-Option angreifen. Was ist die Samson-Option? “Die Samson-Option ist die gesicherte gegeseitige Vernichtung. Wenn Israel sich in seiner Existenz bedroht fühlt, wird es sein gesamtes Nuklearwaffenarsenal gegen einige Staaten einsetzen. Ich weiß im speziellen nicht, welche Staaten inbegriffen sind, aber manche Leute sagen, dass Israel Ziele in Deutschland angreifen würde und ironischerweise mit den U-Booten der Dolphin-Klasse, welche Deutschland an Israel geliefert hat und die nuklear aufgerüstet wurden.” Damit hat Israel die Reichweite seiner Atomwaffen auf die ganze Welt ausgedehnt. Deshalb liegt es in niemandens Interesse, einen Krieg mit Israel zu beginnen. Quelle Politaia.org

Die CIA und die Kriege der USA - Der promovierte Jurist Andreas von Bülow gehörte als SPD-Mitglied ab 1982 der parlamentarischen Kontrollkommission der Nachrichtendienste an. In dieser Funktion lernte er Denkweise und Praktiken von Geheimdiensten kennen, die Außenstehenden verschlossen sind. Seine Einblicke und Erfahrungen sind frappierend und beängstigend, vor allem aber: erhellend. hier weiter

Dritter Weltkrieg durch Syrien- und Irankrise? Durch einen Dritten Weltkrieg zur Neuen Weltordnung? Die Kriegsvorbereitungen gegen Syrien und den Iran sind in vollem Gange. Die USA, Israel und westliche Länder rüsten im Persischen Golf und im Mittelmeer auf, Iran droht im Gegenzug mit Raketen und der Sperrung der Straße von Hormus.

Und Syrien? Wer steckt in Wahrheit hinter den Unruhen und Protesten Hunderttausender, über die westliche Massenmedien täglich berichten? Wer ist verantwortlich für Tausende Tote, die dem Regime von Präsident Assad zugeschrieben wurden? hier weiter

“Hände weg von Syrien” – Demonstration in Berlin 01.06.2013 (erste Bilder)

Seit zwei Jahren herrscht in Syrien ein Krieg und tausende syrische Bürger werden von terroristischen “Rebellen” wie z.B. Al-Qaida und Al-Nusra Front abgeschlachtet. Diese Terroristen (meist aus dem Ausland) werden auch durch NATO Mitglieder und andere Nahost Staaten ausgebildet, finanziert und mit Waffen versorgt.

Mitte Juni ca. 15-16.06.13 ist in Genf die Friedenskonferenz wo der Dialog eine Möglichkeit zum Frieden im Nahen Osten sein könnte, wenn die Opposition überhaupt Frieden wünscht?!
Leider ist das EU Waffenembargo nicht verlängert worden, so dass sich jetzt die Waffenlobby die Hände reibt.
Das heizt die Region erst richtig auf, und es besteht die Gefahr, dass der Krieg sich auf die Nachbarländer weiter ausbreitet.

Darum fand am heutigem Tag in Berlin Mitte eine Solidaritäts – Demonstration,
mit dem Motto “Hände weg von Syrien” statt.

Die Demonstranten trafen sich um 12:00 Uhr in Berlin am “Alexanderplatz” und marschierten in freundlicher Begleitung der Polizei “Unter den Linden” in Richtung “Brandenburger Tor”.

hier weiter bei 8hertzwitness.wordpress.com

Syrien: “Volk gegen Volk” von ‘Hinter der Fichte’

Heute bringen wir mit freundlicher Genehmigung des Autors den Artikel “Volk gegen Volk” von Jürgen Todenhöfer. Unter dieser Überschrift erschien  der Beitrag am 3. September in der Printausgabe der Süddeutschen Zeitung. In der Olineausgabe fehlt der interessante Standpunkt Jürgen Todenhöfers. Quelle: hinter-der-fichte

Auch wenn wir uns wegen der massiven Einmischung von außen in Syrien, der vielen ausländischen Söldner und dem Charakter des Konfliktes als Stellvertreterkrieg, nicht ohne weiteres dem Terminus “Bürgerkrieg” anschließen: Eine verbreitenswerte Analyse des Krieges und kompakter Überblick über die Chronologie der Ereignisse in Syrien. Unsere Ansichten unterscheiden sich marginal. Wir fühlen uns Jürgen Todenhöfer verbunden.

Volk gegen Volk

Der syrische Krieg ist von außen nur noch schwer zu durchschauen, weil er ständig sein Gesicht verändert. Vier Phasen gab es bisher.

Die erste von März bis Ende April 2011 ist die Zeit friedlicher Demonstrationen. Ermutigt durch den arabischen Frühling fordern nicht nur Angehörige der vernachlässigten sunnitischen Unterschicht Freiheit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit. Jede ihrer Forderungen ist legitim. Selbst der Ruf nach einem Rücktritt des Präsidenten. Westliche Oppositionelle fordern so etwas auch.

Problematisch sind ihre Steinwürfe und Angriffe auf  Polizeistationen. Doch auch das kennt man aus westlichen Demokratien. Gut ausgebildete Polizisten können damit umgehen. Die syrischen Sicherheitskräfte nicht. Als Anfang März zornige Väter gegen die Festnahme ihrer Kinder protestieren, schießt der Geheimdienst. Es gibt viele Tote. Der syrische Präsident trägt hierfür die politische Verantwortung. Er ernennt die Toten zu Märtyrern – das ist mit umfangreichen staatlichen Leistungen verbunden. Er trifft die Eltern und versucht, den Konflikt zu beruhigen. Doch es gibt Kräfte, die keine Beruhigung wollen. Ende April sind auf einmal Waffen und Geld da. Hauptsponsor ist wie in Libyen das kleine Katar, dessen Emir die arabische Revolution als Profilierungschance sieht. Er würde gerne den Platz Saudi-Arabiens einnehmen und wichtigster Verbündeter der USA in der Region werden.

In Phase zwei, von Mai bis August 2011, treten die ersten bewaffneten Kämpfer auf. Darunter Scharfschützen, die merkwürdigerweise sowohl auf Demonstranten als auch auf Sicherheitskräfte schießen. Sie heizen die Lage dramatisch an. Dass es diese Provokateure gibt, ist weitgehend unstreitig; umstritten ist, für wen sie arbeiten. Für inländische oder ausländische Geheimdienste, für Rebellen? Jeder im Land hat seine eigene Theorie.

Demonstrieren wird gefährlicher, die Kundgebungen aber werden größer. Auch das Regime organisiert Märsche, an denen bis zu eine Million Menschen teilnehmen, Mitglieder der sunnitischen Mittel- und Oberschicht, Alawiten und Christen. Auch sie fordern Demokratie, aber mit Assad. Zu größeren Gefechten kommt es noch selten. Die Rebellen haben nur leichte Waffen und sind den staatlichen Sicherheitskräften deutlich unterlegen.

Süddeutsche vom 3. September 2012

In der dritten Phase, von August bis Ende 2011, präsentieren sich die bewaffneten Rebellen als Schutztruppe friedlicher Demonstranten. Doch sie spielen diese Rolle nie wirklich. Wo sie mit Demonstranten auftreten, suchen die bewusst die Konfrontation mit den Sicherheitskräften. Diese schlagen hart zurück. Rebellen, Zivilisten, Soldaten und Polizisten sterben. Gleichzeitig greifen extremistische Rebellen zunehmend alawitische Zivilisten an, die sie pauschal als Vertreter des Regimes betrachten. Alawiten rächen sich an Sunniten. Die Kämpfe werden sektiererisch.

In der vierten Phase, von Anfang 2012 bis heute, verselbständigen sich die bewaffneten Rebellen. Und radikalisieren sich. Zu viele Freunde und Verwandte sind gefallen. Immer mehr Waffen fließen ins Land. Ab März auch schwere Waffen aus Katar und Saudi-Arabien. Die USA, deren Zentralkommando für den Nahen Osten sich in Katar befindet, geben politische Schützenhilfe. Nichts geschieht ohne ihre Billigung. Nach außen bleiben sie im Hintergrund; es ist ein Krieg per Fernbedienung. Es kommt zu schweren Gefechten mit den staatlichen Sicherheitskräften, die sich ebenfalls radikalisiert haben.

Die demokratischen Demonstranten der ersten Tage werden an den Rand gedrängt. Aus den friedlichen Protesten eines Teils der Bevölkerung ist ein erbarmungsloser Bürgerkrieg zwischen Anhängern der Regierung und Anhängern der bewaffneten Opposition geworden. Die Regierungstruppen bombardieren gnadenlos Wohngebiete, in denen sich Rebellen verbergen. Sie töten dabei auch Zivilisten. Die Rebellen exekutieren immer häufiger ‘feindliche’ Zivilisten. Einige arbeiten eng mit Terrorkommandos von al-Qaida zusammen. Beide Seiten haben jedes Maß verloren. Es gibt keine anständigen Kriege.

Der Slogan ‘Assad tötet sein eigenes Volk’ geht an der Realität dieses gegenseitigen Mordens vorbei. Beide Seiten töten das ‘eigene’ Volk. Ein Drittel der Getöteten dürften Sicherheitskräfte sein, ein Drittel Rebellen, ein Drittel Zivilisten. Regierung und Rebellen töten wahrscheinlich gleich viele Zivilisten. Wie in den meisten Bürgerkriegen. Die besondere Tragik dieses Bruderkrieges liegt darin, dass beide Seiten nur Marionetten eines großen, zynischen Machtspiels sind. Die Hauptaufgabe der Muslime des Nahen Ostens scheint darin zu bestehen, sich gegenseitig umzubringen. Wie einst unter Lawrence von Arabien. Divide et impera, teile und herrsche!

Dieses Machtspiel wird auf vier Ebenen ausgetragen.

Auf der ersten Ebene versuchen die USA, Katar und Saudi-Arabien, den Iran-Verbündeten Assad zu stürzen, um dadurch den Einfluss Teherans im Nahen Osten zu schwächen. Iran ist ihnen durch Bushs törichten Irakkrieg zu mächtig geworden.

Auf der zweiten Ebene kämpfen extremistische Sunniten und Al-Qaida-Kämpfer aus aller Welt gegen das ‘ketzerische’ Schiiten- und Alawitentum.

Auf der dritten versuchen die USA in Fortsetzung des Ost-West-Konflikts, Russland aus dem Nahen Osten zu verdrängen. Moskau wehrt sich.

Auf der vierten schließlich ringen Regierung und Opposition unter großen Blutopfern um die Macht in Syrien. Die Kämpfer ahnen nicht, dass sie am Ende erneut die Vormacht anderer anerkennen sollen. Und wieder verraten werden.

Die US-Regierung versucht, diese diabolischen, ineinander verknoteten Stellvertreterkriege durch Desinformation im Stil des Irakkriegs zu vertuschen. Sie erzählt das Märchen vom demokratischen Aufstand eines Volkes, den Amerika unterstützen müsse. Doch um Demokratie geht es den USA nirgendwo in der arabischen Welt. Die USA beabsichtigen nicht, ihre Ölversorgung vom Ergebnis demokratischer Wahlen im Nahen Osten abhängig zu machen. Diese Chaosstrategie ist wie beim Afghanistan- und Irakkrieg in keinem Punkt zu Ende gedacht. Sie wird für den gesamten Nahen Osten verheerende Folgen haben. Und wie ein Bumerang auf uns zurückschlagen.

Nur die USA als Hegemonialmacht des Nahen Ostens könnten den syrischen Knoten lösen. Durch direkte Verhandlungen mit allen Beteiligten. Dass Assad Blut an den Händen hat, kann sie nicht wirklich stören. Auch Obama hat Blut an den Händen. Das Blut Tausender Afghanen und Pakistaner. Und vieler Syrer. Statt die Syrientragödie anzuheizen, sollte Barack Obama vermitteln. Es wäre die erste wirkliche Friedenstat des Friedensnobelpreisträgers. / Von Jürgen Todenhöfer