Versicherungsvertreter – Die erstaunliche Karriere des Mehmet Göker

Geldgier in der Versicherungswirtschaft am Beispiel der MEG 2012 

Das Vertriebssystem des Mehmet Ercan Göker (MEG AG):
Sein Strukturvertrieb MEG beschäftigte Hunderte Makler und bescherte den großen Versicherern Deutschlands gigantische Umsätze. 

Mehr als zweieinhalb Milliarden Euro zahlen private Krankenversicherungen jedes Jahr an Provisionen für Vertragsabschlüsse. Ein lukrativer Markt – auch für Mehmet Göker. Er war absoluter Herrscher über ein sektenähnliches Versicherungsimperium. Mitarbeiter in ganz Deutschland, Luxusreisen, Millionenumsätze – Göker schaffte einen kometenhaften Aufstieg. Doch dann kam der Fall. 2009 war die MEG AG pleite.

Gökers Mitarbeiter verdienten rund 20.000 Euro im Monat, und AG stand nicht für Aktiengesellschaft, sondern für “Alleiniger Gebieter”. Die Mitarbeiter der AG ließen sich das Kürzel der Firma tätowieren – freiwillig. Göker schwörte seine Belegschaft auf unbedingten Gehorsam ein.

Das Prinzip seines Erfolges war einfach. Göker kaufte Datensätze, kaufte Telefonnummern und Adressen von Menschen, die im Internet einen Versicherungsvergleich wollten. Diese Daten verkaufte er seinen Mitarbeitern und die griffen zum Telefon. Wer dann keine Versicherung verkaufte, machte Miese und war raus – einen Kündigungsschutz gab es nicht. Einige seiner Mitarbeiter mussten in die Privatinsolvenz.

Der Film „Versicherungsvertreter“ über Mehmet Göker erreicht ein Millionenpublikum. Doch auch fast vier Jahre nach der MEG-Pleite bleibt die Rolle der Versicherer unscharf. Was der preisgekrönte Film nicht erzählt.

fritz51270