Thema: Altersarmut in Griechenland – Ich will meine Oma zurück!

Ich will nicht damit langweilen, dass auch ich über die Kürzungen bei den Löhnen verärgert bin. Über das zu Erwartende, nämlich dass das Geld ausgegangen und der Staat insolvent ist – also versuch mal, einem Nackten in die Tasche zu greifen – und darüber, dass diesen Kürzungen seit geraumer Zeit absolut keine jener Entwicklungsmaßnahmen folgt, die Geld und Arbeit bringen. Quelle: griechenland-blog.gr

Das Thema ist ein anderes. Das Thema sind die Rentenkürzungen und die Alten dieses Landes. Ich übergehe die Tatsache, dass der griechische Staat zigtausend Bürger betrogen hat, indem er sie zur Zahlung höherer Versicherungsbeiträge ermunterte und damit bei ihnen das trügerische Gefühl kultivierte, auf Basis von Leistung und Gegenleistung auch eine höhere Rente zu erhalten. Ich übergehe die Tatsache, dass immer noch die teuren Versicherungsklassen gelten, obwohl sie keinerlei Gegenwert mehr haben – der staatliche Betrug sich also fortsetzt.

Und ich stehe hier, an der Metro-Station Evangelismos. An dem zum Park gelegenen Ausgang. Und plötzlich verrauchen alle meine Werte im Anblick der äußerst würdevollen alten Frau, die um 10 Cent bittet. Und mein gesamter Optimismus verfliegt. Und ich denke, welche Art von Land und was für ein Staat ist das, der unsere Großmütter und Großväter zu Bettlern macht? Jetzt, kurz vor ihrem Lebensende?

Beachten Sie, das Thema ist nicht wirtschaftlich. Es ist existenziell. Diese Menschen haben nicht mehr viel Zeit. Und als ob dieses unerbittliche Gefühl des auf sein Ende zugehenden Lebens nicht ausreichen würde, müssen sie in Armut leben, damit der Staat wieder auf seine Beine kommt? Zu einer gesellschaftlichen Last gemacht werden, jetzt an ihrem Lebensabend?

Ich bezweifle nicht die Tatsache, dass auch ihre Generation in Sorglosigkeit lebte. Und manchmal neugriechisch und untertänig. Na und? Das unvermeidliche Ende gestattet uns nicht, unerbittlich zu sein, wie vielleicht mit jüngeren Arbeitnehmern. Und weil ich mich mir nicht als den Enkel vorstellen möchte, der seinen Großvater sucht, während dieser draußen umherzieht und bettelt, rufe ich wie ein anderer Enkel: Ich will meine Großmutter und meinen Großvater zu Hause haben! Dass sie mir Märchen erzählen und mit mir spazieren gehen! Und für mich kochen, wenn meinen Eltern die Zeit dazu fehlt. Ich will sie so haben, wie es ihnen gebührt, jetzt wo sie alt sind.

Es ist ein Thema nationaler Würde! Anderenfalls zum Teufel mit dem Staat! Weil ihm mehr nicht gebührt.

Quelle: Protagon.gr
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Griechenland Euro-Krise: Troika drängt Banken zu rascheren Zwangsversteigerungen

Bis Ende 2012 läuft in Griechenland das Verbot, Immobilien, deren Hypothekenschuld sich auf bis zu 200.000 Euro beläuft, unter den Hammer zu bringen. Doch die Troika übt nun massiven Druck auf die griechischen Banken aus, das Verbot aufzuheben. 100.000 Immobilien könnten unter den Hammer kommen. Tausende ihr Eigenheim verlieren. Quelle: deutsche-wirtschafts-nachrichten.de

Die faulen Kredite in den Bilanzen der griechischen Banken sind hoch. Wie die griechische Zeitung Ta Nea berichtet, mischt sich nun jedoch die Troika ein. So soll die Troika massiven Druck auf die griechischen Banken ausüben und auf Zwangsversteigerungen drängen. Derzeit gibt es in Griechenland ein Verbot, Auktionen von Immobilien mit einer Hypothekenverschuldung von bis zu 200.000 Euro durchzuführen. Bis Ende 2012 gilt dieses Verbot, das eigentlich verlängert werden soll.

Die Troika möchte aber durchsetzen, dass das Verbot nach 2012 nicht weitergeführt wird und würden so die Banken zu Zwangsversteigerungen von Immobilien zwingen, berichtet Ta Nea. Ziel sei es, die Preise am griechischen Immobilienmarkt zu senken. So könnten schon 2013 etwa 100.000 Immobilien unter den Hammer kommen und deutlich unter ihrem Wert über den Tisch gehen. Tausende Griechen, die derzeit aufgrund der Krise ihre Hypotheken nicht begleichen können, würden dann zusehen, wie das, was sie ihr Eigen nannten, verscherbelt wird. Diese Menschen würden vor die Tür gesetzt werden und am griechischen Immobilienmarkt könnte dies einen freien Fall der Preise auslösen.

Die griechischen Banken versuchen indes, diese Entwicklung zu verhindern, und arbeiten an zwei möglichen Lösungen, so der blog keeptalkinggreece.com. Ein Szenario basiert auf dem britischen Modell, das erlaubt, die Kreditlaufzeit auf 40 Jahre auszuweiten. Auf diese Weise könnte die Höhe der Hypothekenabzahlung auf das Niveau einer Miete gesenkt werden, ohne den Wert der Immobilie zu senken. Sollte sich die wirtschaftliche Lage der Kreditnehmer verbessern, hätten sie dann auch die Möglichkeit, die Laufzeit ihrer Hypothek zu verringern oder die Hypothek vorzeitig ohne Strafe zurückzuzahlen. Die andere Alternative, an der gearbeitet wird, ist, dass die Banken Eigentümer der entsprechenden Immobilie werden. Die ursprünglichen Besitzer könnten dann im Haus bleiben und Miete an die Bank zahlen. Ob die Troika dies zulassen würde ist allerdings im Falle Griechenlands sehr fragwürdig.

Die Griechenland Lüge – wie die deutschen Bürger von der Politik getäuscht werden.

Die ZDF-Dokumentation zeigt, wie es zur schwersten Krise der Euro-Zone kommen konnte und wie die deutschen Bürger von der Politik getäuscht werden. Mein Dank an Rüdiger für den Hinweis, sagt Maria Lourdes!

Natürlich sind “die Griechen” – das Volk, wieder die Schuldigen in dieser ZDF Dokumentation. Von der Gier der “Inzucht-Dynastie” keine Rede! Trotzdem und gerade deswegen, sollten Sie diese Doku anschauen. Teile und Herrsche lässt grüssen, sagt Maria Lourdes und schickt einen Gruss nach Griechenland!
Veröffentlicht am 11.05.2012 von

Tiefe Wahrheiten

Heuchelei über Griechenlands Rüstungsausgaben

Ein Artikel der englischen Zeitung Guardian lastet Berlin und Paris Verantwortung für die hohe Verschuldung Griechenlands an und bezichtigt Deutschland der Heuchelei. Quelle: griechenland-blog.gr

Hinter den ständigen Ermahnungen an Griechenland, seine Ausgaben zu zügeln – die lautesten erfolgten von Angela Merkel und dem Finanzminister Wolfgang Schäuble – existiert eine andere, für Deutschland weniger schmeichelhafte Realität.” Dies führt ein Artikel des Guardian mit dem Titel “Die deutsche Heuchelei über die Rüstungsausgaben und ihre erzürnten Kritiker” an, worin natürlich auch auf den Fall des Akis Tsochatzopoulos Bezug genommen wird.

Der Artikel beherbergt unter anderem Erklärungen des Abgeordneten der SYRIZA-Partei Dimitris Papadimoulis, der äußert: “Wenn es ein Land gab, das von den ungeheuren Geldern begünstigt wurde, welche Griechenland für die Rüstung ausgab, dann ist es Deutschland.

Griechenland war größter Abnehmer konventioneller Waffen in Europa

Der Guardian betont, dass Deutschland 15% seiner Rüstungs-Exporte nach Griechenland realisiert, was es zum größten Markt in Europa macht. Parallel unterstreicht er die Daten des Stockholmer Instituts für internationale Friedensforschung (SIPRI), auf deren Basis mit geringem Abstand Frankreich folgt. “10% der gesamten Rüstungsexporte Frankreichs wurden von Griechenland abgenommen. Von 2002 bis 2006 war Griechenland der größte Importeur konventioneller Waffen. Jetzt liegt es an 10. Stelle“, führt der Guardian an und ergänzt: “Als Prozentsatz des BIPs gibt Griechenland für Rüstung doppelt so viel wie jedes andere Mitglied der EU aus.

Sogar nachdem die Wirtschaftskrise begann, versuchten Deutschland und Frankreich lukrative Vereinbarungen über den Verkauf von Waffen zu besiegeln, während sie uns parallel unter Druck setzten, größere Kürzungen auf Sektoren wie der Gesundheit vorzunehmen“, betont Papadimoulis. “Auf Basis des letzten Programms verpflichtete Griechenland sich, seine Rüstungsausgaben um 400 Mio. Euro zu reduzieren. Aber auch selbst danach entsprechen die Rüstungsausgaben 4% des BIPs, während der durchschnittliche Wert in der Eurozone bei 2% liegt“, führt der Guardian an.

Katerina Tsoukala, Expertin auf dem Rüstungssektor mit Sitz in Brüssel, führt gegenüber der britischen Zeitung aus: “Ab 1974 und der türkischen Invasion auf Zypern hat Griechenland ungefähr 216 Mrd. Euro für Rüstung aufgewendet, obwohl ich zu 100% sicher bin, dass in absoluten Zahlen die Rüstungsausgaben sehr viel höher sind als es die offiziellen Unterlagen zeigen, und zwar hauptsächlich wegen der … geheimen Mittel.“ (Quellen: ImerisiaGuardian)

Krise und kein Ende: Der leise Untergang Griechenlands

“Die Zahlen zur Lage in Griechenland sind so dramatisch, wie sie zuletzt wenige europäische Länder erlebt haben: Im dritten Jahr der Krise ist das Bruttoinlandsprodukt 2011 noch einmal um 7,5 Prozent gesunken. Die Zahl der Baugenehmigungen ist auf die Hälfte abgestürzt. Zugleich ist die Zahl der Beschäftigten in den vergangenen drei Jahren um 621.000 oder 14 Prozent geschrumpft, die der Arbeitslosen hat sich auf mehr als eine Million verdoppelt.

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Die Fernsehbilder aus Athen illustrieren die Lage immer wieder mit Aufnahmen von Straßenschlachten rund um den Syntagma-Platz.

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„Ein Großteil der Bevölkerung hat das Gefühl, dass es Druck von außen gibt, der eine Verminderung des Lebensstandards diktiert“, sagt Dimitris Katsikas vom Sozialforschungsinstitut Eliamep.”

Die Krise beißt sich fest. Griechenland ist nur noch ein einziges wirtschaftliches Desaster. Eine Arbeitslosigkeit von über 20%, Lohn- und Rentenkürzungen, Massenpleiten und immer tiefer sinkenden Perspektiven. Gleichzeitig steigt die Kriminalität und der Hoffnungslosigkeit. Und trotzdem ist all das erst der Anfang der Depression, denn noch fließen Milliardengelder in das Land.

Zwar kommt von dem Geld fast nichts beim einfachen Bürger an, aber ohne dieses könnte der griechische Staat wohl nicht einmal mehr seine Beamten und die Polizei bezahlen, der völlige Absturz bleibt daher bislang aus. Der Geldfluss von außen wird allerdings irgendwann zum Erliegen kommen, spätestens mit der Pleite des nächsten großen Euro-Störfalls. Spanien ist ein möglicher Kandidat dafür.

Neben dem Geld fehlt den Menschen aber vor allem eines: Die Hoffnung auf ein Ende der Krise. Und das wird sich nur schwerlich ändern lassen, denn das Land befindet sich erst am Beginn eines brutalen Niedergangs.

Griechenland wird auch nicht der einzige Fall eines bankrotten Staates bleiben, sondern die Eurozone wird mehr oder weniger geschlossen folgen. Dies liegt in der Natur der Sache, denn das bisherige pompöse und dekadente Leben auf Pump muss nun überall rückwirkend bezahlt werden, sinngemäß folgender Geschichte:

Ein Junge sieht seinem Opa dabei zu, wie er mehrere Löffel mit Medizin schluckt und dabei jedesmal fürchterlich das Gesicht verzieht. Da fragt ihn sein Enkel: “Opa, warum musst du denn heute so viele bittere Tropfen nehmen?” Darauf der Opa: “Weil ich früher so viele gute Tropfen genommen habe.”

Auch den überschuldeten Staaten, Unternehmen und Bürgern wird nun die Rechnung offenbart und es drohen allerorten drastische Auswirkungen auf den Wohlstand. Vermutlich wird es sogar Millionen von Menschen in der EU geben, die Schwierigkeiten haben werden, nicht zu verhungern. Und das in einer der bisher reichsten Regionen unserer Erde.

Obwohl abzusehen ist, was Griechenland noch an Verschärfung der Probleme erwartet und was am Ende auch die anderen Länder betreffen wird, quasseln Politiker, Ökonomen und sonstige unnütze, von der Allgemeinheit durchgefütterte Esser stetig weiter von Chancen, Aufschwung und einem baldigen Ende der Krise. Dabei wissen viele von ihnen, dass sie hier bewusst lügen.

Das Schlimmste ist gar nicht allein, dass die Politik mit ihrer Macht- und Geldgier, Korruption und Unfähigkeit maßgeblich und sogar wissentlich die Menschen in den Abgrund führt, sondern dass sie dies auch noch bewusst vor den Bürgern verheimlicht und diese durch Lügenreden täuscht. Ein erheblicher Teil des kommenden Leides könnte verhindert oder zumindest reduziert werden, wüssten die Menschen Bescheid über das, was sie erwartet.

Andererseits sind die meisten Menschen auch selbst mit schuld an der kommenden Miesere, da sie den nachweislich lügenden Politmarionetten immer noch blind jeden Mist glauben und nicht selbst Verantwortung übernehmen wollen. Wer nämlich die Wahrheit wissen will, kann sie jederzeit ganz leicht herausfinden. Er muss dazu nur über seinen eigenen Schatten springen können.

Es ist ein Drama, mitansehen zu müssen, wie der Karren in voller Fahrt auf den Abgrund zurast. Doch es nützt nichts, aufhalten kann ihn niemand mehr und allein aus Solidarität mit den baldigen Opfern darin sitzen zu bleiben wäre der pure Wahnsinn. Wer jetzt nicht aussteigt, dem ist nicht mehr zu helfen.

Quelle:  crash-news.com

Griechenland Prostitution: Anstieg der Prostitution in Athen um 1500%

Die Opfer der Krise: Armut in Griechenland wächstVeröffentlicht am 21.02.2012 von 

Nach wochenlanger Zitterpartie haben die Euro-Länder neue Milliardenhilfen für Griechenland beschlossen. Die Regierung in Athen muss im Gegenzug unter anderem ein striktes Sparprogramm durchsetzen. Kämpferische Proteste gegen dieses Spardiktat gehören in Griechenland mittlerweile zum Alltag. Die Krise macht den Menschen immer mehr zu schaffen, die Obdachlosenheime verzeichnen stetig wachsenden Zulauf.

Griechenland: Kein Geld für Pensionen – aber für Panzer!

Während die Steuerzahler der Euro-Staaten Griechenland mit Milliardenkrediten beistehen sollen, leben griechische Politiker und Militärs ihren Waffenwahn aus. Die Begründung erscheint absurd. Ein Artikel von globalinformations.wordpress.com

Die Athener Regierung muss die Renten kürzen und zehntausende Staatsbedienstete entlassen, der griechische Finanzminister steht bei Baufirmen und Lieferanten mit 6,6 Milliarden Euro in der Kreide, in den staatlichen Kliniken mangelt es mitunter sogar an Mullbinden, und die Streitkräfte schulden der Raffineriegesellschaft Hellenic Petroleum einen zweistelligen Millionenbetrag für gelieferte Treibstoffe. Dass Griechenland trotz leerer Kassen und offener Rechnungen nun hunderte Panzer beschaffen will, erscheint absurd. Als im vergangenen Oktober erste Berichte über das geplante Rüstungsprojekt die Runde machten, wiegelte das Athener Verteidigungsministerium ab: Ein solches Geschäft sei „derzeit nicht vorgesehen“. Der damalige Regierungssprecher Elias Mosialos dementierte energisch: „Es gibt nicht einmal den Gedanken an ein solches Geschäft, das den Staatshaushalt weiter belasten würde.“

Die Abrams-Panzer sollen in Nordgriechenland stationiert werden, nahe der Grenze zur Türkei – um eine befürchtete Invasion des Nato-Partners abwehren zu können. Selbst wenn man dieses Bedrohungsszenario akzeptiert, ist aber fraglich, ob Griechenland die 400 US-Panzer überhaupt benötigt. Schließlich hat es bereits mehr als 1600 Panzer in seinen Arsenalen – umgerechnet auf die Bevölkerung mehr als jedes andere Nato-Land Europas. Erst vor drei Jahren bekam das griechische Heer 170 moderne Leopard-2-Panzer des deutschen Herstellers Krauss-Maffei Wegmann (KMW). Kosten: 1,72 Milliarden Euro. Sie sind allerdings weitgehend wertlos. Denn wegen der Finanzklemme hat Griechenland bisher keine Munition für die Panzer beschaffen können. Da fragen sich viele Fachleute, welchen Sinn es macht, jetzt noch mehr Panzer zu beschaffen, die dann womöglich auch nicht schießen können.

Während die Steuerzahler der Euro-Staaten Griechenland mit Milliardenkrediten beistehen sollen, leben griechische Politiker und Militärs ihren Waffenwahn aus. Kein anderes Nato-Land mit Ausnahme der USA gibt in Relation zur Wirtschaftsleistung so viel für die Rüstung aus wie Griechenland. Begründung: Die angebliche Bedrohung durch die benachbarte Türkei. Nach Berechnungen der OECD erreichten die griechischen Militärausgaben 2010 4,3 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 1,7 Prozent. Im vergangenen Jahrzehnt steigerte Griechenland sein Militärbudget von 4,5 auf 7,6 Milliarden Euro. Der Rüstungswettlauf mit den Türken ist eine der Ursachen für das Schuldendesaster. Zwar stutzte die Regierung unter dem Eindruck der Krise 2011 den Etat für Waffenkäufe von 1,5 Milliarden auf 600 Millionen Euro. In diesem Jahr steigt er allerdings wieder auf eine Milliarde.

Quelle: http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/griechenland-kein-geld-fuer-pensionen-aber-fuer-panzer/6082056.html

Zur katastrophalen Lage des griechischen Staatshaushalts haben irrsinnige Rüstungsausgaben beigetragen. Nach Angaben der NATO lagen die Ausgaben für Waffen und Militär der europäischen Staaten im vergangenen Jahr durchschnittlich bei 1,7 Prozent des jeweiligen Bruttoinlandsproduktes. In Griechenland waren es 3,1 Prozent. Der Militärhaushalt wurde zwar von 6,5 Milliarden auf 5,5 Milliarden Euro gesenkt, aber 1,8 Milliarden sind weiterhin für die Beschaffung von Rüstungsgütern vorgesehen. Griechenland mit seinen 11 Millionen Bewohnern hat gegenwärtig 156.000 Soldaten und damit nur etwas weniger als Deutschland mit 82 Millionen Einwohnern.

 

Warum diese militärische Hochrüstung? Angeblich bestehen Ängste vor der militärischen Macht des Nachbarn Türkei. Notwendig sei ein „strategisches Gleichgewicht“. Wenn die Griechen deutsche U-Boote bestellen, ordert die türkische Marine noch mehr. Wenn die Griechen deutsche Panzer kaufen, verdoppeln die Türken den Einsatz. Und die deutschen Lieferanten verdienen kräftig daran. Auch die Türkei kann sich ihre extrem hohen Rüstungsausgaben eigentlich nicht leisten. Beide Staaten sind Mitglied der NATO. Zwei Konkurrenten, vielleicht sogar Gegner, in einer so genannten Verteidigungsgemeinschaft. Die Nato verhindert weder militärisches Wettrüsten noch Konflikte zwischen den Mitgliedern.

Deutsche Unternehmen haben zur wachsenden Verschuldung Griechenlands erheblich beigetragen. Griechenland bezieht rund 31 Prozent seiner Rüstungsgüter von deutschen Unternehmen. Deutschland gehört zusammen mit den USA und Frankreich zu den Hauptlieferanten von Waffen und Munition. In den vergangenen zehn Jahren wurden Waffen im Wert von mehr als 11 Milliarden US-Dollar importiert. Auf den Kauf von zwei weiteren neuen U-Booten – Kosten etwa 1,3 Milliarden Euro – will man nicht verzichten. Trotz des riesigen Schuldenberges und der drohenden Staatspleite werden keinerlei Einschränkungen bei den Militärausgaben von der EU und der deutschen Bundeskanzlerin verlangt. So wie im Nahen Osten werden die Waffen künftig vielleicht auch gegen das griechische Volk eingesetzt, wenn Proteste und Widerstände die Durchsetzung der Forderungen aus Deutschland und Europa bedrohen. Kapitalinteressen werden meistens mit Gewalt durchgesetzt. (PK)

Quelle: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=17544

MODERNSTE WAFFEN FÜR GRIECHISCHE ARMEE

ZDF HEUTE berichtete schon am 2.5.2010