Es ist vollbracht – Bundestag hat das Ermächtigungsgesetz beschlossen!

Der Bundestag hat die komplette Bankenaufsicht über die großen europäischen Banken an die EZB übertragen. Anstatt sich jedoch ernsthaft mit der historischen Weichenstellung zu befassen, funktionierten die Abgeordneten das Plenum zu einer locker-entspannten Abschieds-Veranstaltung für einen beliebten Kollegen um. Auf dem geselligen Club-Abend wurde dem deutschen Steuerzahler die Verfügungsgewalt über 135 Milliarden Euro entzogen. Quelle: DWN

Heitere Gelassenheit im Deutschen Bundestag: Die Abgeordnete bei der Abgabe der Stimmen zur europäischen Bankenaufsicht.

Der Bundestag hat das Ermächtigungsgesetz Donnerstag spätabends beschlossen, mit dem die Bundesregierung die Erlaubnis erhält, auf Euro-Ebene der Übertragung der vollständigen Kontrolle der europäischen Banken auf die Europäische Zentralbank zuzustimmen (warum das so gefährlich ist – hier). 

Damit wird den deutschen Steuerzahlern die Verfügungsgewalt über 135 Milliarden entzogen. Denn die Euro-Bankenaufsicht war die Bedingung Deutschlands, dass ab nun Banken direkt aus den 500 Milliarden Euro des ESM gerettet werden können.

  • Ohne weitere Mitwirkung des Bundestags.
  • Ohne Kontrolle durch die Parlamente.
  • Ohne Rechtsmittel für den deutschen Steuerzahler.

So etwas nennen Juristen im Fach-Jargon: Enteignung.

Vom Ernst der Angelegenheit dieser weitreichenden Entscheidung war bei der Debatte im Bundestag nichts zu bemerken. Die Stimmung im Saal atmet die Bonner Behaglichkeit der alten Bundesrepublik. Denn emotional steht nicht die historische Abgabe von Souveränität an eine undemokratische und niemandem verantwortliche Europäische Zentralbank im Mittelpunkt des Abends.

Im Mittelpunkt steht der sympathische CSU-Abgeordnete Eduard Oswald. Er scheidet nach vielen Jahren aus dem Bundestag aus. Man spürt bei der Debatte sofort: Das hier ist eine besondere Sitzung. Hier zeigt der Bundestag sein menschlichstes Angesicht. Hier geht es nicht um abstrakte, komplizierte Gesetze. Hier geht es nicht um eine weltfremde SSM-Verordnung.

Hier geht es um Eduard Oswald, CSU.

Abschied von Eduard Oswald: „Ich möchte vor allem meiner Fraktion danken: Ihr habe ich alles auf meinem Weg zu verdanken.“

Eduard Oswald ist sichtlich gerührt. Er ist der erste Redner zur Thema der Übertragung der nationalen Bankenaufsicht an die EZB. Sein Einleitungs-Statement wird mehrfach von unmotiviertem Applaus der CSU-Fraktion unterbrochen, worüber der gute Mann sich zugleich wundert und freut. Nach wenigen Minuten ist klar: Für die Abgeordneten ist diese Abstimmung ein gemütliches Beisammensein, um noch einmal dem lieben Kollegen Oswald bei seinen mäßig inspirierten Ausführungen zuzuhören.

  • Es ist ein Abschieds-Treffen.
  • Verabschiedet wird Eduard Oswald.
  • Und mit ihm die deutsche Souveränität.
  • Doch darüber will bei dieser Debatte keiner sprechen.

Der Bundestag wirkt launig an diesem Abend, entspannt und etwas wehmütig. Das ist verständlich. Abschiede sind immer eine traurige Sache. Ob von der Demokratie oder von Eduard Oswald. Oswald war offenbar ein wirklich bei allen Kollegen hochgeschätzter Kollege. Daher widmen die Abgeordneten sich in dieser Debatte auch ihm.

Da sind „die Menschen da draußen“, die sich die Debatte im Internet ansehen können, nicht so wichtig. Sie müssen an diesem Abend zurücktreten. Hier geht es um die Menschen „da drinnen“. Ein langjähriges Club-Mitglied scheidet aus. Das will gewürdigt sein. Der Bundestag präsentiert sich bei der Debatte zur SSM-Verordnung Verabschiedung von Eduard Oswald von seiner menschlichen Seite. Die Stimmung an diesem denkwürdigen Abend ist heiter, abgeklärt. Man spürt, dass „die Menschen da drinnen“ denken: Wir sind ein Club, und einer der unseren verlässt den Club. Wir wollen ihn und die Souveränität gebührend verabschieden.

Das Ermächtigungsgesetz, durch das der Bundestag die vollständige Kontrolle der Bankenaufsicht an die europäische Zentralbank abgibt, ist ein würdiger Rahmen für die Verabschiedung des langjährigen Club-Mitglied Oswald. Die Redebeiträge der Abgeordneten liefern für den scheidenden CSU-Mann noch einmal ein Panorama der geballten Fachkompetenz, die im Bundestag versammelt ist.

Hören wir im Folgenden, was die Redner im Deutschen Bundestag zur Freigabe der 500 Milliarden Euro im ESM für die Rettung der spanischen, französischen, italienischen, slowenischen und aller anderen Banken zu sagen haben (Videos hier).

Eduard Oswald (CSU): „Wir haben alles erreicht, was auf Basis der Verträge möglich ist. Wir dürfen uns aber nicht auf dem Erreichten ausruhen. Ich möchte allen Kolleginnen und Kollegen für das Miteinander danken. Ich möchte vor allem meiner Fraktion danken: Ihr habe ich alles auf meinem Weg zu verdanken.

Manfred Zöllmer (SPD): „Die EZB ist das einzige funktionierende Organ in der Euro-Zone. Wir sollten die Bankenaufsicht nur vorübergehend an die EZB übertragen. Wir fordern eine Bankenabgabe, die sich an den systemischen Risiken der Banken orientiert.“

Volker Wissing (FDP): „Wir haben keine Zeit, um zuzuwarten. Wir können dem Steuerzahler sagen: Wir haben die Lücke erkannt. Wir haben die Risiken erkannt, die sich für die Steuerzahler realisieren. Wir werden einen Schutzwall für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler bauen.“

Barbara Höll (Linke): „Die Bundesregierung ist schuld, dass eine radikal eurokritische Partei wie die Alternative für Deutschland solchen Zulauf erhält. Die Umsetzung der Bankenaufsicht ist halbherzig. Der Finanzplatz London wird nicht beaufsichtigt. Die Bankenaufsicht hat keine Macht. Wir brauchen eine Allfinanz-Aufsicht. Herr Oswald hat immer dafür gesorgt, dass gute Stimmung hier im Haus geherrscht hat.

Gunther Krichbaum (CDU): „Wir brauchen mehr Stabilitäts-Kultur. Wir holen im Zeitraffer nach, was wir bei den Verträgen von Maastricht versäumt haben. Die Welt braucht den Euro. Wir müssen die Regeln, die wir heute auch aufstellen, respektieren. Die Schuldenbremse hat Einzug in die Verfassungen der Länder gehalten. Banken müssen sich am Kapitalmarkt retten. Zuerst müssen die Gläubiger von Banken und die Inhaber von Anleihen bei der Rettung herangezogen werden. Danach die Bankkunden, wenn sie Guthaben über 100.000 Euro haben. Erst danach der Steuerzahler. Und ganz am Ende dann der ESM.“

Gerhard Drexler (CSU), hält seine erste Rede im Bundestag: Als Kinder ham ma am Buernhof Fuassboll gonz ohne Schiedsrichter gespüit. In der Bundesliga hams heute vier Schiedsrichter und Video-Beweis und i woas nit wos noch!“ Lachen in Saal, viele Abgeordnete unterhalten sich angeregt. Drexler ruft ins Plenum: „Ich bin noch da, ich würde mich freuen, wenn Sie mir noch etwas zuhören könnten! Wir brauchen a gscheide Bonkenaufsicht.“ Dann zur Linken: „Wer immer im Abseits steht, darf das nächst Moi nit mitspüin.“ Starker Applaus, Lob vom Präsidenten Hermann Otto Solms.

Schließlich kommen auch einige Abweichler zu Wort. Sie werden vom Plenum sehr unterschiedlich behandelt.

Bei Gerhard Schick von den Grünen weiß man nicht ganz genau, ob er nun ein Abweichler ist oder nicht. Immerhin findet er deutliche Worte gegen das Procedere: „Das ganze Gesetz passt auf einen Zettel! Das Wesentliche steht in einem einzigen Satz. Wir müssten nach dem Artikel 23 im Grundgesetz vorgehen und eine Stellungnahme beschließen, die regelt, wie die Regierung in Brüssel verfahren soll. Es gibt bereits eine europäische Bankenaufsicht. Die hat am 1.1.2011 in London ihre Arbeit aufgenommen. Unser Problem ist: Wir haben eine Aufsicht, die ist europäisch, und die Abwicklung bleibt national. Der Steuerzahler zahlt, und das hat die Bundesregierung möglich gemacht mit dem ESM. Er erwähnt nicht, dass die Grünen dem ESM zugestimmt haben.

Dann tritt Peter Danckert von der SPD an das Rednerpult. Er spricht bedächtig, ausgewogen und sagt, warum er gegen die Übertragung der Bankenaufsicht an die EZB ist: „Die EZB hat keine demokratische Legitimation, weil sie unabhängig ist. Das ist für alle Beteiligten gut – aber nicht für die Steuerzahler: Denn die Steuerzahler müssen hinterher die Zeche bezahlen. Ich sagen Ihnen voraus, dass die heutige Entscheidung wieder vor dem Bundesverfassungsgericht landen wird. Wir haben hier ein Gesetz vorliegen, dass aus einer einzigen Zeile besteht. Die Probleme sind jedoch komplexer, als es die meisten in diesem Raum wahrhaben wollen.

Als Danckert erläutern will, wo die Probleme liegen, greift Solms ein – das einzige Mal während der ganzen Debatte. Solms: „Ich muss Sie bitten, zum Schluss zu kommen!“ Danckert, verdutzt: „Ist da mein Lob für den Kollegen Oswald auch schon eingerechnet?“ Er resigniert, sagt noch, dass der ganze Vorgang nicht in Ordnung sei und:Insider wissen, worauf ich abhebe. Und verabschiedet sich ebenfalls in den Ruhestand. Seine letzten Worte: „Vielen Dank, auch für Ihre Nachsicht, Herr Präsident.“ Starker Applaus.

Nach Danckert kommt der Abweichler Manfred Kolbe von der CDU. Er macht nicht den Fehler wie Danckert und verschenkt seine Redezeit nicht an den lieben Kollegen Oswald. Kolbe fasst in zehn Punkten die Kardinalfehler zusammen: „Der ESM darf Banken rekapitalisieren. Die Bankenaufsicht spaltet Europa. Die EZB erhält weitreichende Kompetenzen aufgrund einer einfachen Verordnung. Es gibt einen Interessenkonflikt bei der EZB. Der Vorgang ist nicht demokratisch, das ist Ludwig XIV. Welchen Rechtsschutz gibt es gegen EZB-Entscheidungen? Die Bankenaufsicht benachteiligt große Länder. Es gibt keine Lösung für die Restrukturierung. Es gibt keine Lösung für die Altlasten. Es wird eine europäische Einlagensicherung kommen, und das wird die deutschen Sparer betreffen.“ Auch Kolbe beschließt sein Statement mit einem Abschied, den auch er wird dem neuen Bundestag nicht mehr angehören. Starker Applaus.

Der Geächtete: Frank Schäffler allein unter Fraktionskollegen.

Wie ein Aussätziger wird dagegen der FDP-Abweichler Frank Schäffler behandelt. Er ist der einzige bei dem kein Abgeordneter applaudiert. Vor seiner Rede nicht, und nach der Rede erst recht nicht. Schäffler sagt: „Wir diskutieren um 22 Uhr über ein solch wichtiges Thema. Damit zeigen wir, wie ernst es uns ist. Der wahre Grund der Eile: Die spanischen Banken sollen mit Eigenkapital von den europäischen Steuerzahlern ausgestattet werden. Wir übertragen die komplette Bankenaufsicht an die EZB. Das ist ein Rechtsbruch. Es muss eine Änderung der europäischen Verträge geben. Dazu muss ein Konvent einberufen werden. Und danach muss es eine Volksabstimmung in Deutschland geben. Wir befinden uns auf dem Weg zum europäischen Superstaat. Wir machen das durch die Hintertür. Damit zerstören wir das Haus Europa.“ Eisiges Schweigen im Saal.

Hier hat einer den Nerv getroffen. Schäffler hat die Dinge so klar beim Namen genannt, dass er von den Abgeordneten zum Deutschen Bundestag nicht verstanden wurde. Schäffler hat dem Bundestag Rechtsbruch vorgeworfen, Ignoranz gegenüber den Bürgern und die Zerstörung Europas. Das ist zu viel.

Unmittelbar nach Schäffler kommt Ralph Brinkhaus von der CDU. Er diffamiert Schäffler und wirft ihm vor, in der Facharbeit in den Ausschüssen gefehlt zu haben und nun im Plenum große Töne zu spucken.

Danach attackiert Binkhaus die Opposition und schließt mit den Worten: „Vier Jahre Finanzmarktpolitik in diesem Haus heißt für die Opposition: Papiere schreiben, diskutieren, lamentieren und kritisieren. Vier Jahre Finanzpolitik für diese Koalition heißt: Liefern!“

  • Großes, befreites Lachen im Saal, tosender Applaus von den Koalitions-Fraktionen.
  • Die Welt ist wieder in Ordnung für die Abgeordneten.
  • Der Aussätzige Schäffler spielt verlegen an seinem iPhone.
  • Er interessiert jedoch schon niemanden mehr.
  • Ralph Brinkhaus hat mit einer mitreißenden Rede die Dinge wieder zurechtgerückt. Selbst der Kollege Oswald ist vergessen.

„Liefern!“

Die Mission der Bundesregierung ist erfüllt. Sie hat geliefert. 135 Milliarden Euro an die EZB, zur freien Verfügung an die europäischen Banken. Zu verteilen von Mario Draghi, der bei der Investment-Bank Goldman Sachs gelernt hat, wie man Geld verteilt.

„Liefern!“

Auf der offiziellen Website des Deutschen Bundestages liest sich das nüchtern, und so wird es auch in die Geschichtsbücher eingehen:

„Die bisher national wahrgenommenen Aufgaben der Bankenaufsicht können bald von der Europäischen Zentralbank (EZB) übernommen werden. Der Deutschen Bundestag stimmte am Donnerstag, den 13. Juni 2013, mit der Mehrheit der Koalitionsfraktionen sowie mit den Stimmen von SPD-Fraktion und Fraktion Bündnis 90/Die Grünen dem von den Koalitionsfraktionen und der Bundesregierung gleichlautend eingebrachten Entwurf für ein Gesetz zum Vorschlag für eine Verordnung des Rates zur Übertragung besonderer Aufgaben im Zusammenhang mit der Aufsicht über Kreditinstitute auf die Europäische Zentralbank (17/13470, 17/13829, 17/13901, 17/13961) zu.“

Von den Abweichlern steht kein Wort beim Deutschen Bundestag. Aber von Eduard Oswald lesen wir, präsentiert als Spitzenmeldung an diesem denkwürdigen Abend:

Bundestagsvizepräsident Eduard Oswald reist vom 15. bis zum 21. Juni 2013 nach Chile. Er wird dabei von dem Abgeordneten Thomas Silberhorn (CDU/CSU) begleitet…Die Delegation wird … im Rahmen einer Abendveranstaltung der Hanns-Seidel-Stiftung zum Thema ,Politische, wirtschaftliche und soziale Herausforderungen der Europäischen Union‘ vortragen.“

Die Erde dreht sich weiter. Die deutschen Steuerzahler sind um 135 Milliarden Euro erleichtert. Eduard Oswald begibt sich auf Abschiedstournee nach Chile. Gemäß 17/13470, 17/13829, 17/13901, 17/13961 übernimmt die EZB die treuhänderische Verwaltung der deutschen Souveränität.

Die Erde dreht sich weiter.
Immer schneller.

Linkverweise:

Zustimmung zu ESM und Fiskalpakt = Ermächtigungsgesetz - Mit anderen Worten: ESM und Fiskalpakt, einmal eingeführt, würden die Diktatur, die Tyrannei in Deutschland einführen, genauso wie die Ernennung Hitlers zum Reichspräsidenten und das darauf folgende „Ermächtigungsgesetz“ die letzten Reste der Demokratie im damaligen Deutschland vernichteten. ESM und Fiskalpakt sind die aktuelle Form des „Ermächtigungsgesetzes“! hier weiterlesen

Das Eine Million Euro Buch – Glauben Sie an Zufälle? Denken Sie, es ist reiner Zufall, dass ein paar hundert Familien mehr besitzen als der Rest der gesamten Menschheit? Meinen Sie, es ist Zufall, dass sich genau diese Menschen immer unter ihresgleichen treffen, unter Ausschluss der Öffentlichkeit? Was wissen diese über Geld, was der Rest der Menschheit nicht weiß? Glauben Sie, dass Glück, Reichtum, Geld und Besitz ganz zufällig bei bestimmten Personen landet? Es ist kein Zufall, sondern es gibt ein besonderes Wissen über den Umgang mit Geld und Erfolg, das man der Masse vorenthält. Jeder kennt den Begriff »Erfolgsrezept«. Gibt es denn so etwas wirklich, ein Rezept für Erfolg? Ja, das gibt es tatsächlich! hier weiter

Der Euro-Kollaps – Investigative Filmemacher enthüllen in diesem Film brisante Hintergründe und Zusammenhänge des Euro-Dramas - Vor dem Hintergrund des aktuellen Euro-Dramas besuchte der Filmemacher Johannes Haneke Zeitzeugen, Experten und Medienmacher, die Strukturen und Abläufe in Medienhäusern kennen. Herausgekommen ist ein Enthüllungsfilm, den öffentlich-rechtliche Fernsehsender so niemals zeigen würden. Weil die politischen Parteien in den Rundfunkräten sofort Einspruch einlegen würden. hier weiter

Monetärer Crash wird kommenMrMarius239

„streng vertraulich“ – IWF gesteht: Wir haben beim Griechenland-Bailout gelogen

Der IWF gibt zu, dass von Anfang an klar war, dass die Schulden Griechenlands nicht tragfähig waren. Dennoch habe man dies in der Öffentlichkeit falsch dargestellt, so ein geheimer IWF-Bericht. Davon hätten letztlich die Euro-Banken und die internationalen Hedge-Fonds profitiert. Quelle: DWN

Seit Jahren sind die Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zur wirtschaftlichen Entwicklung in Griechenland regelmäßig viel zu positiv. Nun stellt sich heraus, dass es sich bei den Fehlprognosen nicht um versehentliche Fehler handelt. In einem geheimen Dokument gibt der IWF zu, die Daten zu Griechenland geschönt zu haben.

In einem internen Dokument mit dem Vermerk „streng vertraulich“ sagt der IWF, er habe die desaströsen Folgen seines Sparprogramms für die griechische Wirtschaft massiv unterschätzt. Doch die Troika habe mit ihrer Antwort auf die Krise eine Ansteckung der übrigen Euro-Staaten verhindert, zitiert das WSJ aus dem Bericht.

Der IWF sagt zudem, er habe die eigenen Regeln gebrochen, um Griechenlands wachsende Schulden tragfähig erscheinen zu lassen.Das Land habe damals drei von vier Kriterien des IWF nicht erfüllt, die für eine Unterstützung nötig gewesen wären.

Dies widerspricht Äußerungen von IWF-Chefin Christine Lagarde und anderen führenden Mitarbeitern. Sie hatten wiederholt gesagt, Griechenlands Schulden seien „tragfähig“ gewesen – das heißt, es sei wahrscheinlich, dass sie im vollem Umfang und zum Termin zurückgezahlt werden.

In dem Dokument heißt es, die Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Griechenland-Rettung seien „so erheblich, dass die Mitarbeiter nicht dafür garantieren konnten, dass die öffentlichen Schulden mit hoher Wahrscheinlichkeit tragfähig seien“.

Der eigentliche Nutznießer des Bailouts Griechenlands durch die Troika im Jahre 2010 sei die Eurozone gewesen, so der geheime Bericht. Mit einem Umfang von 110 Milliarden Euro war die Griechenland-Hilfe eine der größten internationalen Rettungen, die es je gegeben hat. Die Rettung habe der Eurozone Zeit verschafft, um andere gefährdete Euro-Staaten zu schützen, und mögliche ernsthafte Folgen für die Weltwirtschaft abgewendet.

Außerdem wäre eine sofortige Umschuldung Griechenlands billiger für die europäischen Steuerzahler gewesen. Denn private Gläubiger wurden zwei Jahre lang in vollem Umfang ausgezahlt mit dem Geld, das sie Griechenland geliehen hatten. Griechenlands Schulden blieben unverändert, doch nun hatte das Land Schulden beim IWF und der Eurozone, nicht mehr bei Banken und Hedge Fonds.

Der IWF sagt außerdem, dass seine Analyse zur künftigen Schuldenentwicklung falsch sei. Es gebe „eine große Differenz“. DieStresstests im Rahmen der Analyse zur Schuldentragfähigkeit hätten sich als zu milde erwiesen – verglichen mit den tatsächlichen Auswirkungen.

„Keiner der Partner (in der Troika) scheint das Arrangement als ideal anzusehen“, so der IWF-Bericht. Es gebe deutliche Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Troika, vor allem im Hinblick auf die Wachstumsprognosen. Diese lagen stets weit daneben (mehr hier).

IWF-Mitarbeiter hätten deutlich auf die Risiken des Griechenland-Programms hingewiesen. Warum der IWF dennoch den Troika-Analysen, die er jetzt kritisiert, zustimmte, sagt der IWF nicht. Warum der IWF im Zusammenhang mit dem Griechenland-Bailout seine eigenen Regeln brach, steht ebenfalls nicht im Bericht.

Für Beobachter ist es seit längerem klar, dass alle IWF-Prognosen an der Realität vorbeigingen, wie die Analyse des Harvard-Professors Dani Rodrik zeigt (mehr dazu hier).

Stratfor: Unruhen in Schweden werden auf Europa übergreifen

Die amerikanische Denkfabrik Stratfor sagt: Die Unruhen in Schweden haben soziale Ursachen. Arbeitslosigkeit und Unmut sind unter jungen Migranten weit verbreitet. Doch das war nur ein Vorspiel. Ganz Europa erwarten ähnliche Ereignisse. Quelle: DWN

Die US-Denkfabrik Stratfor – auch bekannt als „Shadow CIA“ – zieht in einer Analyse eine düstere Prognose für Europa. So gab es im Vergleich zu den Ausschreitungen in Schweden, ähnliche Unruhen im Jahr 2005 in Frankreich, 2011 im Vereinigten Königreich und in abgeschwächter Form im Jahr 2012 in Belgien und Deutschland. Diese seien nur Vorspiele gewesen.

Zunehmende Einwanderung

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen sehr viele Einwanderer nach Schweden, unter denen sich auch sehr viele politische Flüchtlinge befanden. Alleine im vergangenen Jahr seien 43.900 Asylbewerber aus Somalia, Afghanistan und Syrien nach Schweden gekommen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen Anstieg der Asylbewerber-Zuwanderung in Höhe von 50 Prozent. 15 Prozent der in Schweden lebenden 9,5 Millionen Menschen haben ihren Geburtsort außerhalb des skandinavischen Königreichs. Zudem seien die Geburtenraten der Migranten weitaus höher, als die der einheimischen Schweden.

Im Zuge des demographischen Wandels, sei eine Umwandlung von einer ethnisch homogenen Gesellschaft, zu einer vielfältigen Gesellschaft zu beobachten. Die Schweden seien unzufrieden mit dieser Entwicklung und wählen als Reaktion zunehmend die nationalistische Demokratie Partei Schwedens. Diese Partei sei insbesondere gegen muslimische Einwanderer. Es komme des Öfteren zu anti-muslimischen Protesten. Als Reaktion gehen auch die Muslime auf die Straßen, um zu demonstrieren.

Soziale Gegensätze münden in Wut

Im ersten Quartal 2013 ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,4 Prozent auf 8,2 Prozent gestiegen. Der EU-Durchschnitt liegt – über dem schwedischen Schnitt – bei 10,9 Prozent, berichtet Eurostat. Doch die Jugendarbeitslosigkeit bereitet der schwedischen Regierung Kopfschmerzen. Die liegt bei 24,4 Prozent. Der EU-Durchschnitt beträgt nur 23,5 Prozent. Das geht aus dem Eurostat-Bericht „Migrants in Europe“ hervor. Hier liege der Schlüssel zum Problem. Denn die Arbeitslosigkeit ist unter Jugendlichen aus Migrantenfamilien weit verbreitet.

2011 waren 35 Prozent der Migranten zwischen 19 und 24 arbeitslos. 2005 lag der Anteil noch bei 22 Prozent. Im Stockholmer Vorort Husby – Ausgangpunkt der Unruhen – sei besonders stark betroffen von der Jugendarbeitslosigkeit. 80 Prozent der Einwohner haben einen Migrationshintergrund. Die Gründe für die Arbeitslosigkeit reichen von einer schlechten Ausbildung bis zu Diskriminierungen durch potentielle Arbeitgeber.

Dieser Missstand werde die soziale Kluft zwischen Migranten und heimischen Schweden weiter vergrößern. Die entwickelten europäischen Staaten – so Stratfor – werden allesamt Schauplätze für soziale Unruhen werden. Nationalistische Parteien werden an Popularität gewinnen. Europa erwarten ethnische Spannungen. Das sei die eigentliche europäische Krise.
Stockholm: Jugendliche attackieren Polizeiwache
spiegeltv

Vorsicht Bürgerkrieg! Explosive Brandherde: Der Atlas der Wut - In diesem Buch lesen Sie, in welchen Gemeinden, Städten und Stadtteilen Deutschlands die Bundesregierung zukünftig innere Unruhen erwartet. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Finanzcrash und Massenarbeitslosigkeit, Werteverfall, zunehmende Kriminalität, Islamisierung, ständig steigende Steuern und Abgaben, der Zusammenbruch von Gesundheits- und Bildungssystem und die vielen anderen verdrängten Probleme werden sich entladen. Linke gegen Rechte, Arme gegen Reiche, Ausländer gegen Inländer, mittendrin religiöse Fanatiker – das explosive Potenzial ist gewaltig. Fast alles, was aus der Sicht der Deutschen bislang als »sicher« galt, ist nicht mehr vorhanden. hier weiter

Massenproteste gegen Monsanto in ganz Deutschland geplant

Monsanto steht für die Verbreitung von gentechnisch veränderten Organismen und die Patentierung von Lebensmitteln. Immer mehr Menschen lehnen diese Vereinheitlichung ab. Am 25. Mai wird weltweit dagegen protestiert. Quelle DWN

Unter dem Motto „March Against Monsanto“ hat sich ein weltweites Protest-Netzwerk gegen den Agrochemie-Riesen gebildet. Bisher sind Veranstaltungen in 41 Staaten geplant. Auch in Berlin, München, Frankfurt, Krefeld und Düsseldorf wird demonstriert.

Im Begleittext kritisieren die Veranstalter nicht nur die zunehmende Kontrolle der Konzerne über die Lebensmittel-Erzeugung und den Filz, der seit Jahrzehnten die Beziehungen zwischen Monsanto und den Regulierungsbehörden in vielen Ländern prägt (mehr hier). Auch dieRisiken für Gesundheit und Umwelt, die der Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen (GVOs) mit sich bringt, wird thematisiert. Gefordert werden unabhängige wissenschaftliche Studien zu GVOs, auch solche die die Langzeit-Folgen untersuchen.

Dominic Titus, Haupt-Organisator der Protestaktion in München, spricht bei „March Against Monsanto“ von einer Graswurzel-Bewegung. „Die Veranstalter sind hauptsächlich Privatpersonen. Kontakt mit der Protestorganisatoren in den USA oder in anderen deutschen Städten bestehen nur lose“, sagte Titus den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. Die Aktionen seien bewusst fast ausschließlich über Facebook organisiert, weil das trotz aller Datenschutz-Vorbehalte die weitaus effektivste Form der Vernetzung sei. Bündnispartner sind nach eigenen Angaben hauptsächlich kleinere Umwelt-Initiativen, aber auch Die Linke und die Ökologisch-Demokratische Partei.

Gegen die ausschließliche Verwendung von Facebook gibt es jedoch auch Bedenken bei Teilnehmern an den Protesten: Man müsse sich einloggen und laufe Gefahr, dass der US-Konzern die privaten Daten nicht sonderlich schütze.

Facebook ist bereits mehrfach in die Kritik geraten, weil der Handel mit Daten offenbar zum Geschäftsmodell des Unternehmens gehört (mehr zu dieser Kritik – hier).

Der Widerstand gegen die Konzentration auf dem Lebensmittel-Markt steigt. Im April sammelte eine Petition gegen Monsanto mehr als zwei Millionen Unterstützungserklärungen (hier).
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Zwei Drittel der Deutschen begrüßen Banken-Zwangsabgabe

Die Mehrheit der Deutschen hat offenkundig nicht verstanden, was die Zypern-Zwangsabgabe bedeutet. In einer Umfrage geben 69 Prozent an, dass sie es richtig finden, dass die Spar-Guthaben in Zypern rasiert wurden. Mit ihnen selbst hätten die Vorgänge nichts zu tun, sagen die Deutschen laut einer Allensbach-Umfrage. Die Propaganda wirkt. Im Verein mit Ideologie und Halbwissen sogar perfekt.

Quelle und weiterlesen bei  DWN

 

Ich bin ein Berliner – Was Merkel nicht gerne sieht!

In diesem Video werden die direkten Folgen der Troika-Beschlüsse für Portugal angesprochen und gezeigt, wie ein ganzes Land verarmt. 
Veröffentlicht am 10.11.2012 von 

Draghi: Keine Finanz-Bazooka! Wenn Spanien Hilfe will, bitte zuerst unter den Rettungsschirm

Drei Schritte vor, einen zur Seite, vier zurück: Nachdem EZB-Präsident Mario Draghi vor wenigen Tagen kryptisch die grosse Finanzkanone ankündigte, kam vor wenigen Augenblicken die Klarstellung. Wenn Spanien Hilfe will, solle das Land zuerst einmal unter den Rettungsschirm schlüpfen, verlangte Draghi. Die Zentralbank sei nicht dazu da, die Handlungsfähigkeit der Regierungen zu ersetzen. Der neue Rettungsschirm ESM werde keine Banklizenz bekommen, bis sich die Bestimmungen ändern – oder: bis die deutsche Regierung, die das bisher strikt ablehnt, dieser Option zustimmt.

Damit dürfte vorerst alle Vermutungen vom Tisch sein, die EZB werde wieder massiv Staatsanleihen von Italien und Spanien aufkaufen, um den Druck von der Risikoprämie zu nehmen.  Besonders besorgt sei die EZB über die “Fragmentierung der Euro-Zone”, sagte Draghi. Die sehr unterschiedlichen Zinssätze, der Geldfluss von der Peripherie Europas ins Zentrum des Kontinents und die Entwertung der Bank-Aktive (sprich: Immobilienblase) in einigen Ländern liessen aussergewöhnliche Zugänge zur Liquidität der Zentralbank in den kommenden Wochen geraten erscheinen.

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