Iran Atomprogramm: USA letzte Warnung an den Iran – See- und Luftstreitkräfte im Persischen Golf noch einmal erheblich verstärkt.

Immer wieder die gleiche Strategie, Manipulation statt Information, Propaganda statt Aufklärung. Der folgende Bericht verdeutlicht wie der “Weltpolizist und Spezialist für humanitäre Missionen”, die USA, die eigene Bevölkerung und die westliche Welt belügt, um Krieg gegen Iran aus geopolitischen Interesse herbei-zu-führen.
Natürlich veröffentlicht beim Leit-Medium, der’ New York Times’! So wird Krieg gemacht, sagt Maria Lourdes und verweist auf die hervorragende Dokumentation -Die Kriege der USA- unzensiert und exclusiv zu sehen bei Weltkrieg.cc.
Im Original: U.S. Adds Forces in Persian Gulf, a Signal to Iran, By THOM SHANKER, ERIC SCHMITT and DAVID E. SANGER -The New York Times, 03.07.12 übersetzt von luftpost-kl.de
WASHINGTON – Die USA haben in aller Stille ihre Seestreitkräfte im Persischen Golf erheblich verstärkt, damit sie das iranische Militär auf jeden Fall daran hindern können, die Straße von Hormuz zu blockieren; außerdem haben sie die Anzahl der bereitgestellten Kampfjets vergrößert, die tief in den Iran eindringen könnten, falls der tote Punkt in den Verhandlungen über das iranische Atomprogramm nicht zu überwinden ist.
Die Verstärkungen erfolgen im Rahmen eines seit langem ausgearbeiteten Planes
zur Erhöhung der US-Militärpräsenz in der Golf-Region; damit wollen die USA auch
Israel beweisen, dass sie zu einem härteren Vorgehen gegen den Iran bereit sind.
Ein höherer Regierungsvertreter hat in diesem Zusammenhang letzte Woche erklärt:
“Wenn der Präsident sagt, außer den Verhandlungen gebe es noch andere Optionen, dann meint er das auch.”
In einer Zeit, in der die USA und ihre Verbündeten beginnen, das über die Ölexporte des Irans verhängte Embargo zu verschärfen, um die Islamische Republik zu ernsthafteren Verhandlungen über eine einschneidende Begrenzung ihres Atomprogramms zu zwingen, bergen die US-Truppenverstärkungen aber auch hohe Risiken; sie könnten die mächtige Islamische Revolutionsgarde des Irans veranlassen, sich dagegen zur Wehr zu setzen.
Die sichtbarsten Elemente der US-Truppenverstärkung sind zusätzliche Kriegsschiffe zur Sicherung der freien Fahrt durch die Straße von Hormuz; sie sind in der Lage, den engen Seeweg wieder zu öffnen, sollte der Iran ihn zu verminen versuchen, um Öltankern Saudi-Arabiens und anderer Ölexporteure die Durchfahrt zu verwehren.
Die US-Navy hat die Anzahl ihrer Minenräumboote in dieser Region auf acht verdoppelt, bezeichnet das aber als rein defensive Maßnahme.
Ein höherer Vertreter des US-Verteidigungsministeriums sagte dazu: “Die Botschaft an die Iraner lautet: Denkt nicht einmal daran, die Straße von Hormuz zu blockieren. Wir werden die Minen sofort räumen. Versucht ja nicht, mit euren schnellen Booten unsere Kriegsschiffe oder die Öltanker anzugreifen. Wir werden eure Boote auf den Grund des Golfs schicken.” Wie andere Interviewte wollte er sich wegen der delikaten diplomatischen und militärischen Situation nur anonym äußern.
Seit dem Ende dieses Frühjahrs sind Tarnkappen-Jets des Typs F-22 und ältere
Kampfflugzeuge des Typs F-15C auf zwei separate Basen am Persischen Golf verlegt worden – zur Verstärkung der bereits dort stationierten Kampfjets und der Flugzeugträger-Gruppen, die schon länger im Persischen Golf und im Arabischen Meer patrouillieren. Diese zusätzlichen Angriffsflugzeuge erhöhen die militärische Schlagkraft der USA gegen die Raketenbatterien an der Küste des Irans, welche die Schifffahrt bedrohen könnten, und ermöglichen mehr Angriffe auf Ziele im Innern des Irans.
Im Rahmen ihrer Vorbereitung auf ein notwendig werdendes Eingreifen hat die USNavy die “Ponce”, ein umgebautes Spezialschiff für amphibische Landeoperationen, in den Persischen Golf verlegt; sie könnte dem Pentagon als schwimmende Kommandozentrale für Militäroperationen oder humanitäre Hilfsaktionen dienen.
Die “Ponce” soll nach Angaben von Pentagon-Vertretern hauptsächlich als logistisches Zentrum für Operationen der Minenräumboote Verwendung finden. Da sie aber auch über ein Lazarett, ein Hubschrauberdeck und Unterkünfte für Kampftruppen verfügt, könnte sie auch als Ausgangsbasis für Erkundungs- und Kampfeinsätze von Special Operations Forces (Spezialkräften) dienen, die von internationalen Gewässern aus erfolgen würden.
Für Präsident Obama ist die Kombination aus Verhandlungen, verschärften Sanktionen gegen die iranischen Ölexporte und verstärktem militärischem Druck der letzte und vielleicht sogar wirkungsvollste Versuch, den Iran durch die so genannte “zweigleisige Politik” des Weißen Hauses zum Einlenken zu zwingen.
Im Präsidentschaftswahlkampf, in dem ihn sein Gegner Mitt Romney beschuldigt, im Vorgehen gegen das iranische Atomprogramm zu “weich” zu sein, möchte Obama Stärke zeigen, ohne es zu einem offenen Konflikt in der Region kommen zu lassen.
Gleichzeitig muss der US-Präsident Unterstützung für Israel signalisieren – aber nicht zu viel, damit die Israelis nicht die günstige Gelegenheit nutzen, um die iranischen Atomanlagen anzugreifen; das würde nach Meinung des Obama-Teams einen Krieg provozieren, mit dem das iranische Atomprogramm aber bestenfalls nur zurückzuwerfen wäre.
Schon mit den “Olympic Games”, den verdeckt unternommenen Versuchen, die Urananreicherunung des Irans durch Cyberangriffe zu stören, sollte den Israelis demonstriert werden, dass es wirksamere Mittel zur Verzögerung des iranischen Atomprogramms gibt als Luftangriffe.
Die sowohl an den Iran als auch an Israel ausgesandten Signale sind ein äußerst komplizierter Eiertanz. Senator John Kerry, ein Demokrat aus Massachusetts, der dem Auswärtigen Ausschuss (des Senates) vorsitzt, sagte, die Obama-Regierung sei um ein labiles Gleichgewicht bemüht, weil sie einerseits den militärischen Druck erhöhen müsse, um den Iran einzuschüchtern, andererseits aber weder dem Iran noch Israel den Eindruck vermitteln wolle, dass ein Angriff auf die iranischen Atomanlagen unvermeidlich und beabsichtigt sei.
“Es sind ganz unterschiedliche Auswirkungen zu berücksichtigen,” sagte Kerry in einem Interview. “Alle sollen wissen, dass wir es ernst meinen, es muss aber auch noch Raum für eine friedliche Lösung bleiben. Deshalb ist sehr wichtig, keine Schritte zu unternehmen, die missverständliche Botschaften aussenden.”
Es ist wenig wahrscheinlich, dass der erhöhte Druck die gewünschte Wirkung haben wird. In den Verhandlungen mit dem Iran ist eine Pattsituation eingetreten, die sich kaum verändern wird, wenn sich am Dienstag erneut eine Gruppe von iranischen, US-amerikanischen und europäischen Experten in Istanbul trifft, um über einen neuen US-Vorschlag und die iranische Antwort darauf zu reden. Bis jetzt hat sich der Iran allen Bemühungen, ihn von der Fortsetzung der Urananreicherung abzubringen, widersetzt und wird bald eine Stufe erreichen, die relativ dicht bei bombenfähigem Uran liegt.
Als Antwort auf die verschärften westlichen Sanktionen hat der Iran am Montag angekündigt, dass er im Rahmen eines Manövers die Straße von Hormuz (zeitweise) schließen und Raketentests durchführen will, und damit eine klare Warnung an Israel und an die USA gerichtet. In einem vorliegenden Gesetzentwurf soll das iranische Militär ermächtigt werden, allen Öltankern die Fahrt durch die Straße von Hormuz zu verwehren, die Öl für Länder geladen haben, die wegen des Embargos kein iranisches Rohöl mehr kaufen. Es ist aber noch nicht klar, wann das Gesetz verabschiedet werden soll und wie der Iran es durchsetzen will.
Führende Vertreter des Pentagons und der US-Streitkräfte geben zu, dass der Iran die Fähigkeit hat, die enge Seestraße zumindest zeitweise zu blockieren; die zusätzlichen Minenräumboote sind jedoch ein Beleg dafür, dass Washington jeden Versuch einer Blockade so schnell wie möglich unterbinden wird.
Der Iran hat in dem langen Abnutzungskrieg mit dem Irak in den 1980er Jahren die Ölschifffahrt schon einmal bedroht. Die Iraner griffen damals Tanker und andere Handelsschiffe an, um die Öleinnahmen des Iraks zu verringern und den Schiffsverkehr der arabischen Staaten zu behindern, die Bagdad unterstützten. Bei dem Versuch, die Straße von Hormuz zu blockieren, verlegte der Iran damals auch viele Minen, bis die US-Navy Minenräumer einsetzte und die iranischen Seestreitkräfte angriff.
Offizielle des US-Verteidigungsministeriums betonten, die erneute Verstärkung der USStreitkräfte im Persischen Golf richte sich nicht nur gegen eine mögliche atomare Bedrohung durch den Iran.
“Es geht nicht nur um die atomaren Ambitionen des Irans, sondern auch um die von der
Islamischen Republik angestrebte Vormachtstellung in dieser Region,” betonte ein führender Vertreter des Pentagons.
“Diese Demonstration der militärischen Macht der USA soll unseren Verbündeten, Partnern und Freunden beweisen, dass wir uns auch dann noch um den Mittleren Osten kümmern, wenn wir unsere Aufmerksamkeit stärker auf Asien richten.”
Offizielle wiesen darauf hin, dass die US-Bodentruppen zwar aus dem Irak abgezogen wurden, eine US-Kampfbrigade aber in Kuwait geblieben ist. Bei der Wahrung
der Stabilität in der Region könnte sie viele Rollen spielen, sie soll aber hauptsächlich den Iran im Auge behalten.
Es bleibt zwar schwierig, die Absichten des Irans zu durchschauen, nach Beobachtungen höherer Offiziere der US-Navy ist das Verhalten iranischer Kriegsschiffe im Persischen Golf in letzter Zeit aber weniger provokativ.
“Sie verhalten sich relativ ruhig,” erklärte Admiral Jonathan W. Greenert, der die Operationen der US-Navy im Persischen Golf leitet, und bezog sich damit auf Aktionen iranischer Schiffe in den letzten Monaten.
Das war aber vor dem Inkrafttreten der neuen Sanktionen. Nun kann der Iran täglich viel weniger Öl als noch vor einem Jahr exportieren: Damals waren es pro Tag noch 2,5 Millionen Barrel, jetzt sind es nur noch 1,5 Millionen. (1 Barrel = 159 l)
In den letzten Wochen haben iranische Kriegsschiffe jede Konfrontation mit westlichen Kriegsschiffen vermieden; ein Kommandeur der Revolutionären Garde hat jedoch am Freitag angekündigt, dass die iranischen Kriegsschiffe in der Straße von Hormuz bald alle mit Kurzstreckenraketen ausgerüstet sein werden. Das hat die halboffizielle iranische Nachrichtenagentur Mehr gemeldet.
Wegen der Kriegsdrohungen des Irans bemüht sich die US-Regierung auch um den Ausbau ihrer militärischen Beziehungen zu den sechs Staaten des Golf Cooperation Council – zu Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Oman.
Die USA und 19 weitere Staaten werden im September eine große Minenräumübung
im Persischen Golf durchführen; das teilte ein höherer US-Offizier mit, der gleichzeitig darauf hinwies, dass Staaten in der Golf-Region mehr für ihrer eigene Verteidigung tun und von den USA Luftverteidigungssysteme und andere Waffen kaufen wollen.
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