Israel errichtet elektrischen Zaun an der Grenze zu Syrien.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat Pläne zum Bau eines elektrischen Zauns an der Grenze zu Syrien angekündigt, um den jüdischen Staat vor “Terrorismus” zu schützen. Quelle: bluewin.ch

Die neue Begrenzung werde wegen der “veränderten Bedingungen” auf den von Israel besetzten Golanhöhen gebaut, sagte Netanjahu am Sonntag bei der wöchentlichen Kabinettssitzung laut einer Mitteilung seines Büros.

“Wir wissen, dass sich auf der anderen Seite unserer Grenze zu Syrien die Armee zurückgezogen hat und Kämpfer des internationalen Dschihad den Platz eingenommen haben”, sagte Netanjahu. Daher müsse die Grenze vor “Einfällen und Terrorismus” geschützt werden. Genauso handhabe es Israel bereits mit der Grenze zu Ägypten. Nach Angaben eines Vertreters der israelischen Sicherheitskräfte folgt die neue Einzäunung dem alten Grenzverlauf. Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Israel hatte die Golanhöhen im Sechstagekrieg 1967 besetzt. Syrien fordert die Rückgabe des Gebiets. Seit März 2011 tobt in dem Land ein blutiger Konflikt zwischen bewaffneten Aufständischen und Regierungstruppen.

KenFM über “Zionistischer Rassismus” - “Es ist eine mediale Massenvernichtungswaffe, die hilft, dass wir seit über 40 Jahren die Fresse halten, wenn im Auftrage des Staates Israel Menschen in Massen vernichtet werden“, sagte Ken Jebsen – KenFM – mit Bezug auf die Diskussion um Günter Grass’ Gedicht „Was gesagt werden muss“. Das Video von Ken Jebsen “Zionistischer Rassismus” sollten Sie sich anhören.

                          Die Israel Lobby   -   Der Mossad

      

KenFM im Gespräch mit: Wolfgang Kaleck (ECCHR)

Wolfgang Kaleck ist Mitbegründer und Generalsekretär des European Center for Constitutional and Human Rights (Europäisches Zentrum für Verfassungs- und Menschenrechte, ECCHR). Die Organisation wurde nicht nur in Kreisen von Menschenrechtlern und Juristen bekannt, da sie zweimal den ehemaligen US-amerikanischen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld anklagte, sondern auch andere Schwergewichte wie Lidl oder Nestlé zur Verantwortung für begangene Menschenrechtsverletzungen zog.
Unser Gesprächspartner veröffentlichte zudem zwei Bücher, “Mit zweierlei Maß: Der Westen und das Völkerstrafrecht” ( http://amzn.to/RdmcAH ) sowie “Kampf gegen Straflosigkeit – Argentiniens Militärs vor Gericht” (http://amzn.to/Rdmac6 ).

Veröffentlicht von  - Mehr Informationen auf ecchr.eu
sowie auf http://www.kenfm.de und http://www.facebook.com/KenFM.de

Nahost-Experte Günter Meyer zu Syrien – 30.9.12

Zu Syrien und weit darüber hinaus
In einem breit angelegten Interview erkundet Nahost-Experte Günter Meyer die mannigfachen Dimensionen des syrischen Bürgerkriegs und seine Folgen – ökonomische und geostrategische – für andere Länder in der Region. Er ist der Überzeugung, dass die USA und Israel bislang den meisten Nutzen aus der Situation gezogen haben.

Von Lars Schall - nachdenkseiten.de

ANTIKRIEG.TV Deutschsprachige Medienbeiträge sowie ins Deutsche übersetzte, ausgewählte Beiträge z.B. von Democracy Now (USA), Russia Today, Telesur (Lateinamerika)
Gleichzeitig empfehlen und verweisen wir auf deutschsprachige Nachrichtenseiten, wie Weltnetz.TV, Kontext TV, Hintergrund, Junge Welt, Nachdenkseiten und Beitrage der Occupy Bewegung

Veröffentlicht am 01.10.2012 von 

Selbstmordanschlag Afghanistan: Selbstmordattentat fordert zehn Tote und 60 Verletzte

Bei einem Selbstmordanschlag in der ostafghanischen Provinzhauptstadt Khost sind zehn Menschen getötet worden,  berichtet die online-Zeitung Khaama Press.

Unter den Toten sind drei Nato-Soldaten, teilte ein Sprecher der Nato-geführten ISAF-Truppe mit. Über 60 Verletzte sind laut afghanischen Medizinern in städtische Krankenhäuser gebracht worden. Ziel des Angriffs war ein amerikanisch-afghanischer Militärkonvoi. Die Explosion ereignete sich um 08.30 Uhr Ortszeit (06.00 Uhr MESZ) in 100 Metern Entfernung vom Gouverneurssitz.

Wie Augenzeugen berichten, hat sich ein Selbstmordattentäter inmitten einer Menschenmenge beim Vorbeiziehen des Militärkonvois in die Luft gesprengt.

Israel schließt einen Schlag gegen den Iran nicht aus!

Um den Iran war es einige Zeit still. Zumindest in den Medien. Plötzlich tauchen wieder Berichte auf, dass Israel einen Angriff plane, und zwar noch vor den US-Wahlen im November.

Angriff gegen Iran beschlossene Sache? Kriegsvorbereitungen RT 2.9.12

Veröffentlicht am 02.09.2012 von 

Antikrieg TV http://www.antikrieg.tv
http://www.facebook.com/antikriegtv

ORIGINAL
Iran strike a done deal? Israel prepares citizens for war
http://ow.ly/dpKN0

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Syrien: Keine Bilder von Gräueltaten!:

Russia TV bringt mit Datum vom 13. August einen Bericht und Bilder über barbarische Grausamkeiten der „Rebellen“ gegen die syrische Bevölkerung. Der Bericht ist erschütternd und aufrüttelnd. Er öffnet auch dem letzten die Augen, der noch glaubt, die „Rebellen“ wären syrische Bürgerrechtler, deren hehre Ziele Demokratie und Menschenrechte sind. Quelle: hinter-der-fichte

Der NATO-Mainstream in Konzern- und Staatsmedien negiert die Verbrechen des Mobs. Auch jener in Deutschland denkt, die Masse kennt oder versteht die (ohnehin englischsprachigen) Quellen nicht. Mag sein, die fremdsprachenresistente DSDS-, ZEIT, WELT-, BILD-, SPIEGEL- und Pilcher-Gemeinde hat da wirklich Defizite. Das ist aber nicht ihre Schuld. Sie ist Opfer eines staatlichen und privatkapitalistischen Desinformationskrieges.  Wir bringen deshalb den RT-Beitrag in deutscher Übersetzung als unser Gegenstück zur ARD-ZDF-BILD-RTL-SPIEGELEI.
Hinter der Fichte: Ohne Bilder – mit Moral
Aber wir zeigen die Videos und Fotos nicht mehr. Seit dem Krieg der NATO gegen Libyen ist es gang und gäbe, selbst von schrecklichsten Verbrechen Bilder zu veröffentlichen. Die eingebetteten Reporter und ihre Sender, einschließlich ARD und ZDF, verhindern seit dem Jugoslawien-Krieg zielgerichtet und planmäßig, die NATO (wie noch einst im Vietnam-Krieg) als Agressor in Erscheinung treten zu lassen. Die NATO-Angriffe, -Waffen oder -Soldaten in Libyen oder Syrien kommen im TV einfach nicht vor. Allenfalls werden Propagandafilmchen produziert und „Handy“-Videos von unmenschlichen Verbrechen an NATO-Gegnern massenhaft veröffentlicht. So wie die von der Ermordung Muammar Gaddafis oder von der Hinrichtung syrischer Bürger, die der NATO- und ihren FSA-Al-Kaida-Schergen im Wege waren. Mit diesen Zurschaustellungen soll einerseits ihre Ehre noch im Tode verletzt und die Opfer geschändet werden.  Andererseits sollen sie ein Mittel der Einschüchterung und Demoralisierung der Verteidiger Syriens sein. Die Kollegen von RT mögen sich für die Veröffentlichung des Videos der geschändeten syrischen Postangestellten entschieden haben, da sie die Sehgewohnheiten ihrer westlichen Zielgruppe bedienen müssen. Wir bei HdF machen das nicht mit. Leiden und Sterben von Menschen, die grausamsten Momente ihres Seins,  müssen nicht zur Schau gestellt werden. Konzentrieren wir uns auf die Nachrichten hinter dem Mainstream. Reden wir über Ursachen und Wirkungen. Reden wir über imperialistische Kriegstreiber; über ihre deutschen Kollaborateure, die Kriegsziele und Methoden der NATO. Reden wir über die wahren Vorgänge in Syrien. Vor allem aber: Fühlen wir mit den Opfern jener Barbaren, die in Berlin mit Westerwelles Unterstützung, deutschem und amerikanischem Geld untergekrochen sind. Unser Mitgefühl und unsere Gedanken sind bei den Familien der Opfer der NATO-finanzierten Barbaren.
Greueltaten in Syrien: Leichen von Postangestellten vom Dach geworfen
Published: 12 August, 2012, 17:01
Edited: 13 August, 2012, 08:26
Ein schreckliches Amateur-Video ist auf YouTube aufgetaucht, das Gräueltaten gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in Syrien zeigt. Die Aufnahmen zeigen eine Menschenmenge die kaltblütig die Leichen erschlagener Postangestellter vom Dach eines Postamtes wirft. Das Video, dessen Quelle nicht unabhängig verifiziert werden konnte, zeigt wie mehrere Dutzend Menschen die Treppe des Gebäudes umstehen, einige von ihnen skandieren “Allahu akbar!” Sie beobachten wie die Leichen herunter geworfen werden und die Stufen hinunter rollen. Außerdem haben mehrere Leute das Dach erklommen und werfen die scheinbar toten Körper der Postangestellten herunter. Als die den Boden erreichen, stürzt das Publikum herbei, die erschreckenden Bilder mit den Handys einzufangen. Das Video verursacht online Empörung und heftige Debatten auf Twitter darüber, wer die Menschen die diese Gräueltaten begehen sein mögen. Die meisten meinen, sie sind Anhänger der „Freien Syrische Armee“, die absichtlich gezielt zivile Beamte angreifen die zum Regime stehen. Die RT-Korrespondentin vor Ort,  Oksana Bojko berichtet, dass rund anderthalb Millionen zivile Mitarbeiter des Landes nun zur Zielscheibe geworden seien. Ärzte, Lehrer und städtische Arbeiter riskieren ihre Entführung oder Ermordung, dafür einfach ihre Arbeit zu tun.

“Dokumente bestätigen, Syriens bewaffnete Opposition hat eine Todesliste mit Wissenschaftlern, Ingenieuren, Ärzten und Beamten darauf”, sagte Ammar Safi, ein plastischer Chirurg aus Damaskus, zu RT.

Sein Bruder war Faris Safi einer der erfahrensten zivilen Piloten Syriens. Mit US-Ausbildung  hatte er mehr als 20.000 Stunden rund um den Globus vorzuweisen. Er wurde vom Flughafen nachhause kommend von bewaffneten Männern in seinem Auto angegriffen.
Bereits im August brachte ein anderes Amateur-Video das weltweite Netzwerk auf. Es zeigte eine Massenhinrichtung von Assad-Unterstützern in Aleppo durch die Rebellen der “Freien Syrischen Armee”. Mehrere blutende Männer wurden gezwungen, sich vor einer Mauer hinzuknien, inmitten einer Schar aufgeregter Männer, ihre Maschinengewehre zur Schau stellend.
Ebenfalls im August übernahm eine militante islamistische Gruppe die Verantwortung für die Hinrichtung des Moderators des syrischen Staatsfernsehens Mohammed al-Saeed. Al-Said wurde am 19. Juli dieses Jahres entführt. Die Al-Nusra Front, eine wenig bekannte islamistische militante Gruppe postete am 4. August ein Statement in einem Al-Qaida nahestehende Internet-Forum:
“Die Helden der westlichen Ghouta [in Damaskus Provinz] kerkerten am 19. Juli den Shabih [pro-Regime Miliz] Moderator ein… Er wurde getötet, nachdem er verhört worden war.” zitiert AFP ihre Erklärung. Pro-Regime-Journalisten und TV-Stationen sind stets Gegenstand der Angriffe der Rebellen. Die Syrische staatliche Nachrichtenagentur SANA sagt, einer ihrer Reporter, Ali Abbas, wurde in seiner Wohnung in Damaskus am Samstag getötet. Der Bericht beschuldigte eine bewaffnete terroristische Gruppe, gab aber keine weiteren Informationen. Ein weiterer Journalist wurde bei einem Bombenanschlag getötet, während eines Berichtes aus al-Tal, einem Vorort im Norden von Damaskus. Am 6. August wurde eine Bombe in einem staatlichen Fernseh- und Radiogebäude in der Hauptstadt Damaskus gezündet, drei Menschen wurden verletzt.
Sieben Journalisten und Arbeiter wurden getötet, als im Juni eine bewaffnete Gruppe das Hauptquartier des syrischen „al-Ikhbaryia TV“ angriff.
Der in Großbritannien ansässige Journalist Neil Clark sagt, die Gewalt der Rebellen lässt die gewöhnlichen Syrer sich von der Opposition abwenden. Wenn die Rebellen vorher geglaubt haben, all die Unterstützung zu haben, “ist es jetzt umgekehrt.”
“Wir hatten Menschen, die Assad am Anfang unterstützten. Ich meine, eine Menge Leute waren nicht sicher, welcher Weg zu gehen sei. Sie werden von den Greueltaten abgestossen. Und ich würde sagen, dass möglicherweise die Unterstützung für Präsident Assad nun stärker ist als im März 2011 “, sagte Clark RT.
Die Berichte über die Greueltaten an Beschäftigten des öffentlichen Dienstes kommen gerade als Washington und Ankara die Einführung einer “Flugverbotszone” über Syrien diskutieren, um den Rebellen zu helfen, und haben eine gemeinsame Gruppe gegründet haben, „um einen Regimewechsel zu erleichtern.”
Aber die Tatsache, dass die Rebellen nach einer ausländischen Intervention rufen, betont nur die verzweifelte Situation in der sie sich befinden, glaubt Dr. Ali Mohamad, Editor-in-chief der „Syrian Tribune.“

“Jedes Mal, wenn sie ausländische Intervention fordern, beteuern sie damit nur, dass sie nichts tun können.”, sagte er RT. “Sie verloren in Damaskus. Sie verlieren Aleppo, während wir hier sprechen.”

“Wenn sie behaupten, sie hätten die Unterstützung der Bevölkerung, wie sie seit 17 Monaten sagen, warum brauchen sie dann eine ausländische Intervention?”
Russia Today

Es komme mir niemand mit  „Einzelfällen“. Erstens: Dann würden die Täter zur Rechenschaft gezogen. Doch im Gegenteil. Die NATO protegiertsie. Zweitens: Diese Verbrechen gehen in die Tausende. Die Konzern- und Staatsmedien haben sie irgnoriert, verschwiegen und verschweigen weiter. Jedoch, Abertausende Blogger in allen Sprachen haben lange vorher gewarnt. Seit Libyen wusste jedermann was passiert, wenn man die fanatischen CIA/Al Kaida-Horden von der NATO-Leine lässt. Glaubt irgend jemand im Ernst die NATO-Kumpels Saudiarabien und Katar wären Demokratien? Glaubt irgendjemand, die setzten sich zusammen mit den Jugoslawien-, Vietnam-, Irak-Kriegsverbrechern für Demokratie, Frieden und Menschenrechte ein? Seid ihr noch zu retten?! Die hängen Kinder auf und werfen Menschen vom Dach!
Es geht überhaupt nicht – wie die Propaganda der Verbrecher der Masse einbläut – um Assad oder die Beseitigung von “Tyrannen”. Da hätte die NATO – wenn sie das ehrlich meinte – bei ihren Alliierten genug zu tun. Es geht um die Zerstörung eines souveränen Staates, der sich dem Diktat des Imperiums widersetzt und ihm auf dem Weg nach Iran und Russland im Wege ist.

Die Fortsetzung des Kriegs mit anderen Mitteln

Der „Arabische Frühling“, der bereits das zweite Jahr anhält, ist zweifelsohne zu einer deutlichen Illustration von Kriegen der neuen Generation geworden, ein Experiment, das es gestattet, in groben Zügen die Perspektiven der künftigen Kriege um die Neugestaltung – oder gar die Umformatierung – von ganzen Regionen und Kontinenten zu zeichnen.

Eine „Neugestaltung der Welt“ ist von einem gewissen Standpunkt eine Sache, die seit langem ansteht, und die derzeit immer noch anhaltende Weltfinanz- oder Wirtschaftskrise zwingt geradezu zu einer schnelleren Umsetzung solcher Fragen. Der Kreditwirtschaft ist das Problem von nicht mehr einzutreibenden Schulden inhärent, genau deshalb folgen Krisen und Kriege, die solche Schulden auf null zurücksetzen, in einem immerwährenden Kreislauf und sind in einem solchen System „normal“.

Der Zusammenbruch der Sowjetunion hat ihren Hauptantagonisten – die Vereinigten Staaten – mehr oder weniger überrascht. Das Glück kam so unerwartet, dass die außenpolitischen Handlungen der Amerikaner danach zunächst rein reflektorisch waren. Doch schon ab der Mitte der 1990er Jahre begannen unter den Geostrategen der USA ernsthafte Bemühungen um die Formulierung einer neuen geopolitischen Strategie.

Bereits 1997 erschien in den USA eines der ersten bedeutenderen Werke zu diesem Thema: „Strategic Geography and the changing Middle East“ von Geoffrey Kemp und Robert Harkavy. Die Autoren legten ihre Sicht auf die Zukunft des Nahen und Mittleren Ostens und Nordafrikas dar und sprachen da schon von einer bevorstehenden Renaissance des Islam und der Unausweichlichkeit von Konfrontationen zwischen Nord und Süd. Es ist klar, dass die Autoren Huntingtons Werk über die Konflikte und Wechselwirkungen der Zivilisationen kannten, sich von diesem leiten ließen und es kreativ weiterentwickelt haben.

Es wurden Programme gestartet, in denen verschiedene Institute und Fonds, die sich der strategischen Forschung widmen, mögliche Entwicklungen der Welt nach dem Kalten Krieg prognostizieren sollten. Innerhalb einiger Jahre wurden die grundlegenden Prinzipien und Herangehensweise der USA hinsichtlich des Nahen Ostens, einer unbestreitbaren Schlüsselregion, formuliert. Resultat dieser ganzen Bemühungen war die Theorie des „Großen Nahen Ostens“, unter Bush Junior verkündet und durch verschiedene Äußerungen seines Verteidigungsministers Rumsfeld ergänzt.

Visualisiert wurde diese Theorie mithilfe verschiedener Karten der Region, deren bekannteste die Karte des Oberst Ralph Peters ist. Es gibt aber auch noch andere Beispiele, die nicht weniger interessant sind – beispielsweise die von Michael F. Davie so um 2005, die – geht man von den heutigen Ereignissen und Prozessen aus – vielleicht noch besser passt. Daran bekommt man eine Vorstellung davon, wie genau der neue Nahe Osten innerhalb einer Pax Americana 2.0 aussehen soll.

Neue Staaten in Nahost, nach Michael F. Davie - Großer Naher Osten
Neue Staaten in Nahost. Nach Michael F. Davie, 2005

Der Sinn der Neuzeichnung von Grenzen und der Umgestaltung von Gebieten liegt in der Schaffung eines neuen Monsters, das mit Feuer und Schwert durch seine nahen und fernen Nachbarn geht, selbst ausblutet und es den hinter dem Ozean befindlichen Staaten gestattet, in letzter Minute auf der Seite des Siegers in die Auseinandersetzung einzutreten, wenn die verfeindeten und aufeinander gehetzten Nationen und Strukturen sich gegenseitig aufgerieben haben. Faktisch dasselbe Szenario, das bereits im Ersten und Zweiten Weltkrieg realisiert wurde, doch beim vorigen Mal hat die USA ihr Ziel nicht vollständig erreicht – durch die Kriege wurde zwar Großbritannien so weit niedergeworfen, dass die Staaten seine Stelle eingenommen haben, aber der Preis war das Entstehen einer weiteren Großmacht, nämlich der Sowjetunion. Jetzt werden sie versuchen, diesen Fehler nicht zu wiederholen, und man muss konstatieren, dass sie Grund zum Optimismus haben.

Der Nahe Osten wurde natürlich nicht zufällig zum Rammbock gegen die Feinde der Amerikaner erkoren. Die Kolonialmächte haben beim Verlassen ihrer Überseeterritorien die Grenzen der Staaten so gezeichnet, dass dadurch die ohnehin bestehenden Widersprüche zwischen einzelnen Völkern durch neuen Konfliktstoff erschwert wurden. Die Zeit, die Früchte dieser Saat einzuholen, scheint gekommen.

Die 9/11-Anschläge haben den Vereinigten Staaten die Möglichkeit gegeben, mehr oder weniger zeitnah den Irak zu vernichten und einen Mechanismus anzuwerfen, der zum Untergang des Iran führen soll. Der Irak war der Übungsplatz, auf dem die taktische Umsetzungen der Strategie praktiziert und feingeschliffen wurde, fast nebenbei wurden die gestellten Ziele an der Peripherie der Region gelöst. Im Irak ist es gelungen, den ersten Bruch zu legen und gleichzeitig Desintegrationsprozesse auch in dessen Nachbarländern zu initiieren. Die Kurden, welche de facto eine Unabhängigkeit bekamen, konnten zwar erstmals in ihrer Geschichte einen mehr oder weniger stabilen Quasi-Staat schaffen, ihre inneren Spaltungen bestehen aber weiter. Die Sunniten, die aus dem Irak in die Nachbarländer flohen – vor allem nach Syrien – wurden zum Brennstoff, der sich mittelfristig entzünden sollte. Die Sunniten, die im Irak verblieben, spielten dieselbe Rolle, allerdings nicht zeitverzögert, sondern gleich und vor Ort.

Letztlich war es also der Irak, wo die Strategie des „Großen Nahen Ostens“ ihren Feinschliff erhielt und der es gestattete, Perspektiven einzuschätzen und Prioritäten für das weitere Vorgehen zu setzen. Das Wesen dieser Strategie („gesteuertes Chaos“) liegt darin, neue Grenzen zu ziehen und Schlüsselländer des Nahen Ostens in Teile zu zerlegen, während Zerfall und Desintegration der meisten übrigen zu einer enormen Archaisierung der islamischen Zivilisation führen.

Aber das Wichtigste: der Zerfall der Einheit der Region schafft Millionen Hungerleider und Benachteiligter, die zu den Soldaten dieses Krieges der neuen Generation werden. Libyen und Syrien sind die Übungsplätze für diese neue Art Kriegführung, an beiden Ländern kann man deutlich erkennen, wessen Interessen durch wen konkret am Boden umgesetzt werden.

Krieg der neuen Generation

Die Entwicklung der Militärtechnik an sich macht es unmöglich, Kriege nach „altem Format“ zu führen – mit Tausenden Kilometern Frontlinie, Panzerkeilen, Millionen an organisierten Menschenmassen. Stalin hatte es da noch gut: er schrieb ein erbostes Telegramm und schon baute das so inspirierte Kollektiv statt einer IL-2 pro Tag deren zwei. Die Heimat rief, und allein die Sowjetunion hat in den Kriegsjahren mehr als hunderttausend Panzer vom Band rollen lassen…

Nun sollte man einmal versuchen, in einem solchen Tempo moderne Jagdflugzeuge und Präzisionsbomben zu bauen und einen permanenten Nachschub modernster Waffentechnik an eine solche Front zu gewährleisten. Das geht einfach nicht. Aus diesem Grund haben die Politiker und Militärs das Problem, dass sie die Zielländer damit vernichten müssen, was bereits vorhanden ist, ohne damit zu rechnen, dass ihre Waffenlager schnell wieder aufgefüllt werden. Unter solchen Bedingungen sind langwierige Kriegshandlungen nicht möglich.

Der Überfall auf Libyen hat diese klinische Tatsache nur bestätigt. Schon nach drei-vier Monaten nicht allzu intensiver Bombardements stellten die europäischen Aggressoren mit Beklemmung fest, dass die Vorräte an Bomben und Marschflugkörpern zur Neige gehen. Und das ohne jeglichen Widerstand seitens der libyschen Luftverteidigung. Gut möglich, dass hierin auch einer der Gründe ist, warum bisher keiner von ihnen nach Syrien geflogen kam. Die Rüstungsindustrie hängt hinterher.

Freie Syrische Armee, rekrutiert aus Hungerleidern und HalsabschneidernEin „traditioneller“ Krieg mit bombastischen Angriffen aus der Luft, explodierenden Bomben und Granaten tritt deshalb angesichts eines neuen Konzepts in den Hintergrund: nämlich der Zerrüttung des Gegners von innen, bis er zu keinem nennenswerten Widerstand mehr fähig ist. Erst dann wird mit einem entscheidenden Schlag das gestellte Ziel erreicht. Im Idealfall ist ein solcher Schlag nicht einmal mehr notwendig.

Das syrische Versuchslabor

Diese Konzeption wird heute in vollem Umfang auf Syrien angewandt. Vom Erfolg oder Misserfolg des „syrischen Experiments“ hängt es ab, inwieweit die Amerikaner diese Technologie in Zukunft an anderen, weit bedeutenderen Gegnern realisieren können. In Syrien arbeitet man an der Schwächung des Landes von innen gleich in mehreren Richtungen: die Aufstände und der Terrorismus zwingen die Armee, in ihrem eigenen Land Krieg zu führen, Mensch und Material dabei aufzureiben. Das Embargo und die Sanktionen schlagen auf die Wirtschaft und verschlechtern die materielle Lage der Bevölkerung, vernichten auf lange Sicht die Industrie des Landes. Der Informations- und Medienkrieg lastet schwer auf der Psyche sowohl der Bevölkerung, als auch natürlich der Regierenden. Dabei erweisen sich die Berge an Waffen, die für die Abwehr einer Aggression von außen angehäuft wurden, als vollkommen nutzlos im Kampf mit dem inneren Feind. Mehr noch, man ist zu hohem Aufwand gezwungen, um diese Waffen nicht in die Hände von Insurgenten gelangen zu lassen – auch das bindet Kräfte und Mittel.

Die Banden haben derweil keinerlei Einschränkungen bei ihrer Kriegsführung. Die Regierung schon. Innere Einschränkungen – es geht immerhin um Krieg auf dem eigenen Territorium, aber auch äußere. Die „Weltgemeinschaft“ sitzt ja die ganze Zeit knurrend da, bleckt die Zähne und versucht, irgendwelche Menschenrechtsverletzungen oder auch nur die Präsenz von Militärtechnik in der Nähe irgendeiner Grenze zu wittern.

Catherine Ashton, EU-Sanktionen gegen Syrien

Syrien ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt in all diesen Richtungen bereits massiv geschwächt. Dabei haben die Feinde Syriens das unter durchaus vertretbaren Ausgaben und Verlusten ihrerseits erreichen können. Der Terror und der Aufstand werden weitergehen, die Drohung einer Militärintervention wird präsent bleiben, die Sanktionen werden bleiben oder unter irgendwelchen Vorwänden weiter verschärft. Eine direkte Militärintervention ist gar nicht nötig. Die Aufgabe wird ja auch so schon gelöst.

Theoretisch gibt es eine vage Chance, dieses Laborexperiment zu zerschlagen. Sie besteht darin, dass die zukünftigen Opfer einer solchen Geopolitik – in erster Linie Russland und der Iran – hier aktiv werden. Auf diplomatischer Ebene ist das gerade in den letzten Tagen auch in bis dato nicht dagewesener Schärfe passiert. Bleibt zu wünschen, dass das so bleibt und noch konkreter wird.

Quelle: apxwn.blogspot.de