Griechische Regierung geht brutal gegen Flüchtlinge vor

Schon länger kritisieren Flüchtlingsorganisationen, dass Griechenland beim Umgang mit Flüchtlingen Menschenrechte verletzt. Jetzt wurde zum ersten Mal ein Flüchtling durch direkte Gewalt eines griechischen Polizisten getötet. Mehrere hundert Flüchtlinge befinden sich im Hungerstreik. In Deutschland setzte das Verwaltungsgericht Frankfurt am Main derweil die Drittstaatenregelung für Griechenland außer Kraft.Brutales Vorgehen der griechischen Polizei. Foto: indy.gr

Brutales Vorgehen der griechischen Polizei. Foto: indy.gr

Nur eine Woche nachdem die griechische Regierung neue Sozialkürzungen in Höhe von 11,5 Milliarden Euro angekündigt hat, machten am Wochenende 4.500 Polizisten mit kugelsicheren Westen und Schäferhunden in den Straßen Athens Jagd auf ausländisch aussehende Menschen. Sie nahmen 6.000 Personen in Gewahrsam. Davon wurden verschiedenen Berichten zufolge 1.400 bis 2.000 inhaftiert und sollen nun in ihre Herkunftsländer deportiert werden.

Laut Augenzeugenberichten, die die englische Zeitung Guardian veröffentlichte, gingen die Einsatzkräfte mit äußerster Brutalität vor. Polizisten sollen jede fremd aussehende Person aufgegriffen und in fensterlose Busse gepfercht haben. Nach mehreren Stunden durchsuchten die Beamten die Betroffenen schließlich und kontrollierten erst anschließend ihre Papiere. Wer eine Aufenthaltserlaubnis vorweisen konnte, wurde entlassen, alle übrigen wurden in Polizeistationen und ein Verwahrungslager bei Athen gebracht. 88 Pakistani wurden gleich am Sonntag abgeschoben.

Flüchtlinge bei einer Massenverhaftung. Foto: indy.gr

Flüchtlinge bei einer Massenverhaftung. Foto: indy.gr

Andere Berichte sprechen von erniedrigenden Szenen, bei denen die Opfer stundenlang auf der Straße knien mussten. Zudem soll es zu Gewalt gegen Inhaftierte gekommen sein.

Der Vertreter der UN-Flüchtlingskommission (UNHCR) in Athen, Petros Mastakas, machte darauf aufmerksam, dass die Aktion die Rechte von Migranten missachte. „Für Asylsuchende ist es sehr schwierig, praktisch unmöglich, einen Asyl-Antrag zu stellen. Wir befürchten, dass sich unter den Inhaftierten Menschen befinden, die einen Asyl-Antrag stellen wollen, dies aber nicht können“, sagte er. hier weiterlesen

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